Anwohner genervt von Knast-Baustelle

Auf dem Gelände des ehemaligen RAW-Werkes in Zwickau soll ein Superknast mit über 800 Plätzen entstehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen RAW-Werkes in Zwickau soll ein Superknast mit über 800 Plätzen entstehen.  © Kristin Schmidt

Zwickau - Staub, Bombe, Dreck - die Geduld der Bewohner des Hauses an der Zwickauer Bühlaustraße 47 wird zur Zeit auf eine harte Probe gestellt. Der gestrige Fund einer Bombe auf dem benachbarten ehemaligen RAW-Gelände hat die Mieter in helle Aufregung versetzt.

Vor allem, weil sich keine Behörde für die Evakuierten zuständig fühlte. Doch das ist nicht das einzige Problem der Bewohner.

Eigentlich idyllisch gelegen, befindet sich in direkter Nachbarschaft des Mietshauses Zwickaus derzeit größte Baustelle. Auf dem ehemaligen RAW-Gelände soll ein Gefängnis entstehen.

Mit entsprechenden "Nebengeräuschen": Baggerlärm, Laster-Motoren brummen, Steine werden lautstark zerkleinert.

Darüber wabert eine Wolke aus Staub, die das Haus gleich mit einhüllt.

Dicker Riss durch die Fliesen im Bad: Die Erschütterungen der Baustelle haben sichtbare Spuren in der Wohnung von Grit Fischer (38) hinterlassen.
Dicker Riss durch die Fliesen im Bad: Die Erschütterungen der Baustelle haben sichtbare Spuren in der Wohnung von Grit Fischer (38) hinterlassen.

"Der Staub ist unerträglich", schimpft Birgit Andrack (65), die seit neun Jahren hier wohnt. Autoverkäufer Sebastian Bürger (31) schimpft über den Dreck, der sich auf seinem Auto absetzt.

Das Familienmotorrad von Frisörmeisterin Grit Fischer (38) funktioniert nicht mehr, der feine Staub hat alles verstopft ...

"Wir können uns nicht mehr auf den Balkon setzen, die Kinder nicht mehr im Garten spielen", sagt Grit Fischer.

In der Wohnung reißen aufgrund der Erschütterungen durch die Baustelle die Fliesen.

Doch Beschwerden verhallten bisher ungehört.

Friseurmeisterin Grit Fischer (38) auf ihrem Balkon, den sie aufgrund des Baulärms und der Staubbelastung kaum noch nutzen kann.
Friseurmeisterin Grit Fischer (38) auf ihrem Balkon, den sie aufgrund des Baulärms und der Staubbelastung kaum noch nutzen kann.  © Kristin Schmidt

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