Hinter dieser Tür liegen Schätze aus 900 Jahren

Alexandra Hortenbach (39), die Museumschefin der Priesterhäuser, vor der Eingangstür zur Zwickauer Schatzkammer. Dort sind ab 18. Februar teils nie gezeigte Artefakte zu sehen.
Alexandra Hortenbach (39), die Museumschefin der Priesterhäuser, vor der Eingangstür zur Zwickauer Schatzkammer. Dort sind ab 18. Februar teils nie gezeigte Artefakte zu sehen.  © Klaus Jedlicka

Zwickau - Wenn es ums Bier geht, hört der Spaß auf. Auch in Zwickau. Die neue Ausstellung zu 900 Jahren Stadtgeschichte enthüllt jetzt: Die Zwickauer zogen sogar in den Bierkrieg.

Zweimal, 1524 und 1686, rotteten sich mehrere Hundert Stadtbewohner zusammen, bewaffneten sich mit Spieß und Gabel und gingen nach Culitzsch und Schönfels. Die dortigen Einwohner hatten es gewagt, kein Zwickauer Bier zu trinken. "Dazu waren sie aber durch das Bierzwangrecht verpflichtet", erklärt Daniel Jakob (50), Museumsmitarbeiter der Priesterhäuser, dieses heute merkwürdig anmutende Gesetz.

Ein weiteres Kuriosum: In Zwickau wuchsen einst Bananen und Ananas. Durch die Wärme des mehrere Jahrhunderte dauernden Schwelbrandes eines Kohleflözes in Planitz gediehen in Treibhäusern der Gärtnerei von Ernst August Geitner exotische Pflanzen und Früchte. Als der Flözbrand Ende des 19. Jahrhunderts eingedämmt wurde, war es auch mit den Bananen vorbei.

Die neue Ausstellung öffnet am 18. Februar ihre Pforten (Eintritt: 5/3 Euro, bis 18 Jahre frei). Das älteste Ausstellungsstück ist ein in Zwickau geprägter Silberpfennig, ein sogenannter Brakteat (einseitig geprägt), von 1210.

Am wertvollsten ist jedoch eine Kopie der erstmaligen Erwähnung Zwickaus in einem Kopialbuch aus dem 15. Jahrhundert. "Für Zwickau hat diese einen unschätzbaren Wert", so Museums-Chefin Alexandra Hortenbach (39).

René Lübeck (38, l.) und Sandro Frenzel (42) werkeln am größten Ausstellungsstück der Sonderausstellung 900 Jahre Zwickau: eine 2,60 Meter hohe Gaststättentür aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde beim Abriss der Zwickauer Altstadt gerettet.
René Lübeck (38, l.) und Sandro Frenzel (42) werkeln am größten Ausstellungsstück der Sonderausstellung 900 Jahre Zwickau: eine 2,60 Meter hohe Gaststättentür aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde beim Abriss der Zwickauer Altstadt gerettet.  © Klaus
Zwickaus Ersterwähnung als Abschrift in einem Kopialbuch aus dem 15. Jahrhundert. Es ist das wertvollste Artefakt der Sonderausstellung.
Zwickaus Ersterwähnung als Abschrift in einem Kopialbuch aus dem 15. Jahrhundert. Es ist das wertvollste Artefakt der Sonderausstellung.  © Klaus J

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