Nach Bad-Skandal: Zwickau zieht Gutscheine ein

Das Johannisbad in Zwickau. Vorerst werden dafür keine Gutscheine aus dem Willkommenspaket für Neu-Zwickauer mehr angenommen.
Das Johannisbad in Zwickau. Vorerst werden dafür keine Gutscheine aus dem Willkommenspaket für Neu-Zwickauer mehr angenommen.

Von Frank Harnack

Zwickau - Das war's mit den Bade-Gutscheinen für Neu-Zwickauer. Die Stadt nimmt ab Sonnabend vorerst keine der im Willkommenspaket enthaltenen Scheinchen mehr an.

Grund: Der Ärger mit den Asylbewerbern, die vor 14 Tagen in den Bädern der Stadt negativ aufgefallen waren.

Bürgermeisterin Kathrin Köhler (38), die Geschäftsführerin der Städtischen Bäder GmbH, sieht derzeit keine andere Möglichkeit. "Der Aufsichtsrat und ich als Geschäftsführerin hatten in einer längeren Beratung die öffentlichen Vorwürfe im Hinblick auf Sicherheit, Sauberkeit und Hygiene, mögliche Auswirkungen für das Unternehmen mit der Fortgewährung der Gutscheine abzuwägen."

Hintergrund: Asylbewerber hatten unter Vorlage der Gutscheine die Bäder besucht, und sich dann, vereinfacht gesagt, nicht an die Benutzerordnung gehalten.

Kathrin Köhler (38), Bürgermeisterin und Geschäftsführerin der Städtischen Bäder GmbH, sieht keine andere Möglichkeit.
Kathrin Köhler (38), Bürgermeisterin und Geschäftsführerin der Städtischen Bäder GmbH, sieht keine andere Möglichkeit.

Überwachungskameras filmten die Leute dabei, wie sie die Becken verunreinigten. Außerdem soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Andere Badegäste beschwerten sich oder vermieden es sogar, die Bäder zu besuchen, wenn Asylbewerber bereits vor Ort waren.

Die vorläufige Einstellung der Gutscheine stößt bei den Zwickauern wiederum auf wenig Verständnis. "Da wird plump zurückgerudert. Bürgermeisterin Köhler legt Sippenhaft fest", schreibt MOPO24-Leserin Ursula Kerzig erbost.

Bleibt nur die Hoffnung, dass die Stadt in Zusammenarbeit mit den Betreibern der Asylunterkünfte rasch Lösungen findet. Köhler stellt diese auch in Aussicht.

"Wir sind aktuell mit der Ausländerbeauftragten und den Betreibern der Flüchtlingsunterkünfte in Gesprächen, wenn es um weitere Modalitäten der Benutzung durch Asylbewerber geht (Benutzungsordnung, Nachweis Schwimmfähigkeit usw.)."

Dann scheint es nicht ausgeschlossen, dass Neu-Zwickauer wieder in den Genuss der Bad-Gutscheine kommen. Im vergangenen Jahr wurden immerhin 4195 solcher Willkommenspakete ausgegeben.

Fotos: Peter Zschage (1), Ralph Köhler (1)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0