20.000 Euro von Seniorin abgezockt! Neuer Enkeltrick?

Zwickau/Chemnitz – Es ist nicht zu fassen: Enkeltrick-Betrüger starteten erneut einen Großangriff auf die Region Zwickau/Chemnitz.

Eine Seniorin aus Meerane wurde um 20.000 Euro betrogen (Symbolbild).
Eine Seniorin aus Meerane wurde um 20.000 Euro betrogen (Symbolbild).  © Sebastian Gollnow/dpa

17 Fälle an einem Tag zählte die Polizei. Bei einer alten Frau (79) hatten die Verbrecher Erfolg, sie zahlte einem Geldboten rund 20.000 Euro aus. Die Polizei ist in Aufregung, denn es könnte sich um einen neuen Trick handeln.

Eine angebliche Schwägerin rief bei der Seniorin in Meerane an. Im Berliner Dialekt nannte sie sofort den richtigen Vornamen der Schwägerin, die tatsächlich bei Berlin wohnt.

Sie benötige angeblich auf der Stelle 40.000 Euro für den Kauf einer Eigentumswohnung. Ob die Seniorin helfen könne.

Dummerweise hatte die Meeranerin rund die Hälfte der geforderten Summe im Haus und übergab das Geld am Donnerstagnachmittag einem „Geldboten“ der „Schwägerin“. Damit flüchtete der Täter.

Polizeisprecherin Christina Friedrich (33) kann eine ganz neue Qualität dieses Enkeltricks nicht ausschließen:

"Vielleicht waren der richtige Vorname und der richtige Dialekt Zufall. Vielleicht wurde die alte Dame aus Meerane aber auch vorher ausspioniert und gezielt angerufen. Unsere Ermittlungen laufen noch."

Der Geldbote sprach Hochdeutsch, war 45 bis 50 Jahre alt, knapp 1,80 Meter groß, gepflegt, kräftig, trug eine dunkle Schildmütze und eine dunkle Jacke. Tatort war ein Mehrfamilienhaus in der Badener Straße.

Hinweise an die Polizei unter der Telefonnummer 0375/4284480.

13 weitere Betrugsverfahren in Zwickau

In den weiteren Betrugsfällen meldete sich ein angeblicher "Manfred" (Symbolbild).
In den weiteren Betrugsfällen meldete sich ein angeblicher "Manfred" (Symbolbild).  © Julian Stratenschulte/dpa

Die Zwickauer Polizei ermittelt zudem in 13 weiteren Betrugsversuchen in Zwickau (neun Fälle), Lichtenstein, Limbach-O., Kirchberg-Saupersdorf und Elsterberg.

In den meisten Fällen meldete sich bei den Senioren ein angeblicher „Manfred“, der jeweils 20- bis 60.000 Euro für einen Wohnungskauf forderte. Die Angerufenen waren 65 bis 93 Jahre alt und beendeten die Gespräche zum Glück rechtzeitig, informierten die Polizei.

Die Chemnitzer Polizei ermittelt in drei weiteren Betrugsversuchen in Chemnitz, Lugau und Eibenstock. Auch hier ging es bei den Geldforderungen um angebliche Wohnungskäufe. Alle drei Senioren zahlten nicht.

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