In letzter Sekunde: Tierschützer retten zwei "Australier"

Tierpflegerin Melanie Oelschner (33) mit zwei Bartagamen.
Tierpflegerin Melanie Oelschner (33) mit zwei Bartagamen.  © Klaus Jedlicka

Zwickau - Mit knapper Not haben Tierschützer aus Crimmitschau und Zwickau ein Drama verhindert.

In der Nähe eines Supermarktes in Crimmitschau fanden sie in einem Karton zwei Bartagamen - an heißes Klima gewöhnte Wüstenechsen aus Australien.

"Sie waren durch die Kälte dem Tod geweiht", sagt Claudia Ruf (43), die Chefin des Zwickauer Tierheimes in Vielau. Nur das beherzte Eingreifen der Tierschützer rettete das Leben der beiden Echsen. In Vielau fanden beide einen warmen Unterschlupf im neu geschaffenen Reptilienbereich. Dort "wohnen" bereits ein Madagaskar-Gecko, zwei über zwei Meter lange Boas und über zehn noch kleine, weil junge Vertreter dieser Riesenschlangen.

"Wir als Tierheim bekommen den Reptilienboom im Handel besonders zu spüren", sagt Claudia Ruf. Immer mehr Sachsen wollen sich einen besonderen Exoten zulegen, können aber nur selten für das erforderliche Umfeld sorgen und werden der Tiere dann nicht mehr Herr.

Die Folge: Die Tierheime haben mehr Reptilien im Bestand als Hunde. "Wir brauchen deshalb in Sachsen eine Reptilien-Auffangstation nach bayerischem Vorbild", erklärt Claudia Ruf. Doch bislang stießen solche Forderungen bei der Landesregierung auf taube Ohren.

Das Tierheim Vielau muss zwei Bartagamen aufnehmen.
Das Tierheim Vielau muss zwei Bartagamen aufnehmen.  © Klaus Jedlicka

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