"Die Alten fühlen sich verarscht": Marienthal ohne Supermarkt

Peter
Schmidt (57)
steht vor dem
verwaisten
Supermarkt-Gebäude
in
Marienthal.
Seit mehr als
einem
Dreivierteljahr
warten
die Anwohner
auf eine
Lösung.
Peter Schmidt (57) steht vor dem verwaisten Supermarkt-Gebäude in Marienthal. Seit mehr als einem Dreivierteljahr warten die Anwohner auf eine Lösung.  © Uwe Meinhold

Zwickau - Der Frust ist groß. Seit einem Dreivierteljahr warten die Marienthaler darauf, dass sich im Wohngebiet um den Eschenweg in Sachen Supermarkt etwas tut. Doch Fehlanzeige. Nach wie vor gibt es keinen Nachmieter für den ehemaligen Edeka-Markt.

Jetzt keimt neue Hoffnung. "Die Westsächsische Wohn- und Baugenossenschaft hat Investitionsabsichten geäußert", sagt Zwickaus Pressesprecher Mathias Merz (48). Allerdings steht die Antwort des Eigentümers des Supermarkt-Gebäudes auf das Ansinnen noch aus.

Unterdessen wächst bei den Anwohnern der Frust. "Die Alten, die hier wohnen, fühlen sich von der Stadt verarscht", sagt Peter Schmidt (57), ein Ur-Marienthaler. "Was man mit uns hier macht, ist unverschämt", sagt Marga Glaß (85), die seit 1965 in Marienthal wohnt.

Bei der Stadt weist man die Vorwürfe zurück. "Das Problem lösen kann die Stadt letztlich nicht, da wir kein Lebensmittelgeschäft oder keinen Discounter betreiben können und dürfen", erklärt Merz. Trotzdem habe die Stadt über das Büro der Wirtschaftsförderung zahlreiche Gespräche geführt.

Grundsätzliches Problem: Die Lebensmittelhändler bevorzugen Standorte an belebten Straße. Und so etwas ist der Eschenweg nicht.

Titelfoto: Uwe Meinhold


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