FSV-Coach Enochs zur WM-Vergabe: "Das ist eine große Chance, um Differenzen auszuräumen"

Zwickau - Joe Enochs ist am 13. Juni ziemlich aus dem Häuschen gewesen. An diesem Tag gab die FIFA bekannt, dass die gemeinsame Bewerbung der USA, von Kanada und Mexiko den Zuschlag für Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erhält.

Schon 24 Jahre her: Bei der WM 1994 in den USA holten sich die Brasilianer um Stürmerstar Romario (u.) den Pokal.
Schon 24 Jahre her: Bei der WM 1994 in den USA holten sich die Brasilianer um Stürmerstar Romario (u.) den Pokal.  © dpa/Oliver Multhaupt

Nach der WM 1994 sind die Vereinigten Staaten damit zum zweiten Mal Austragungsort des größten Fußball-Events der Welt.

Nur sind die Vorzeichen diesmal andere. Das nordamerikanische Bündnis ging mit dem Motto „United 2026“ an den Start. Der Slogan, zu deutsch „vereint 2026“ scheint derzeit nicht ganz in die politische Gemengelage zu passen. Die Vereinigten Staaten befinden sich derzeit mit ihrem nördlichen Nachbarn Kanada wegen gegenseitigen Strafzöllen im Clinch. Mit dem im Süden angrenzenden Mexiko liegt die Regierung von Donald Trump in Einwanderungsfragen über Kreuz.

"Alle drei Länder haben eine gemeinsame Ausrichtung angestrebt. Nun müssen sie zeigen, dass sie dies auch umsetzen können. Die WM bietet eine große Chance, dass die USA, Kanada und Mexiko wieder aufeinander zugehen und ihre Differenzen ausräumen", traut Enochs dem größten Fußballereignis der Welt zu, als Brückenbauer zu fungieren.

"Ich kann mich noch gut an die 1994er WM erinnern. Das war ein riesiges Erlebnis für das ganze Land. Die Welt hat damals gesehen, dass es in den USA eine große Fan-Gemeinschaft gibt", berichtet der jetzige FSV-Coach. In seinem Heimatland dominieren sonst American Football, Baseball, Basketball und Eishockey.

Fußball kam erst später richtig auf. Bei Enochs war das freilich anders. Bereits 1993 war der damals 22-Jährige nach abgeschlossenem Kriminalistik-Studium über den großen Teich nach Deutschland gekommen. Ab der Rückrunde 1993/94 spielte der Kalifornier zunächst bis 1996 für den FC St. Pauli und von da an für zwölf Spielzeiten beim VfL Osnabrück. Im Sommer 1994 kehrte Enochs kurzzeitig in seine Heimat zurück – allerdings als Tourist.

"In Palo Alto fanden drei Spiele der Brasilien-Gruppe statt. Die habe ich mir alle angeschaut", erlebte er den späteren Weltmeister vom Zuckerhut gegen Russland und Kamerun hautnah.

Ein Amerikaner in Zwickau: Joe Enochs soll den FSV in der kommenden Drittliga-Saison zu weiteren Erfolgen führen.
Ein Amerikaner in Zwickau: Joe Enochs soll den FSV in der kommenden Drittliga-Saison zu weiteren Erfolgen führen.  © Picture Point/ Gabor Krieg

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