Zerreißprobe für den FSV! Trainer Ziegner ist nur noch wütend

Torsten Ziegner schlägt die Hände vors Gesicht. Der Trainer macht mit dem FSV eine schwere Zeit durch.
Torsten Ziegner schlägt die Hände vors Gesicht. Der Trainer macht mit dem FSV eine schwere Zeit durch.

Zwickau - Nach nur zwei Punkten aus sechs Spielen droht dem FSV die erste Zerreißprobe! Kapitän Ronny König wirkte nach dem 0:1 im Kellerduell mit Würzburg ratlos. Trainer Torsten Ziegner giftete erst gegen den eigenen Anhang, dann forderte er neues Personal.

„Der Verein kennt meine Meinung. Ich musste zum dritten Mal einen verletzten Innenverteidiger auswechseln. Wenn wir in dieser Liga bestehen wollen, muss etwas passieren“, betonte Ziegner.

Toni Wachsmuth musste auf Grund von starken muskulären Problemen im Gesäß- und Oberschenkelbereich vor dem Anpfiff passen. Der gerade erst genesene Ali Odabas blieb verletzt in der Kabine. „Ihm ist in der ersten Halbzeit die Kniescheibe herausgesprungen. Ich gehe davon aus, dass Ali nicht nur zwei, drei Tage fehlen wird“, verriet Ziegner.

Der ärgerte sich am Sonntag außerdem über Pfiffe von der Tribüne.

Die beiden FSV-Führungsspieler Ronny König (vorne) und Toni Wachsmuth stellten sich den enttäuschten und besorgten Fans.
Die beiden FSV-Führungsspieler Ronny König (vorne) und Toni Wachsmuth stellten sich den enttäuschten und besorgten Fans.  © Frank Kruczynski

„Da sitzen Zuschauer, die sind von der ersten Minute an gegen die eigene Mannschaft. Wir hatten mit Fridolin Wagner und Anthony Barylla zwei Neulinge dabei. Da wird nach dem ersten Fehlpass oder verlorenem Zweikampf ihr Wechsel gefordert. Das sind keine Fans, sondern Zuschauer, die vermutlich ins Stadion kommen und nur darauf hoffen, dass meine Jungs Fehler machen“, schimpfte der FSV-Coach.

Seine Elf stemmte sich mit viel Leidenschaft und Laufbereitschaft gegen die Niederlage. Doch die wenigen Möglichkeiten wurden vergeben. „Momentan läuft einfach alles gegen uns. Wir haben Chancen, aber der Ball geht einfach nicht rein. Es ist schwer, Erklärungen zu finden“, sagte König und forderte: „Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken!“

Neues Personal ist nicht in Sicht. Der Verein hat strenge Auflagen seitens des DFB. Der Trainer sitzt laut Sportvorstand David Wagner aber weiter fest im Sattel.

„Jeder, der dieses Spiel mit Verstand verfolgt hat, hat gesehen, dass wir aktuell den Ball nicht über die Linie bringen. Da brauchen wir nicht über den Trainer zu diskutieren, sondern darüber, wie sich unsere Jungs sauber aus dieser Situation herausziehen“, stellte Wagner klar: „Irgendwelche wilde Sachen wird es mit mir nicht geben!“

Jetzt nicht die Nerven verlieren

Kommentar von Michael Thiele

"Geht das schon wieder los?", fragt sich Fußball-Zwickau nach dem sechsten Spieltag. Nur zwei Punkte und die Rote Laterne: Das ist starker Tobak! Zumal der FSV Zwickau bereits in der Vorsaison in sportliche Schieflage geriet, ab dem elften bis zum 23. Spieltag auf einem Abstiegsplatz stand und man erwarten durfte, dass seither Konsequenzen gezogen wurden.

Schnee von gestern ist Platz fünf in der Endabrechnung der Spielzeit 2016/17. Die Angänge von Jonas Acquistapace, Patrick Göbel oder Jonas Nietfeld - geschenkt! Torsten Ziegner attestierte dem diesjährigen Kader einen Qualitätssprung. Wahrscheinlich bereut der 39-Jährige diese Aussage mittlerweile.

Aber was sollte er sonst sagen? In Zwickau ist bekanntlich Schmalhans Küchenmeister. Die Westsachsen müssen aus finanziellen Gründen mit vier Feldspielern weniger zurande kommen als in der Vorsaison. Ob das für den Konkurrenzkampf zuträglich ist, darf bezweifelt werden.

Jetzt voreilig den Kopf von Torsten Ziegner zu fordern, käme einer Kurzschlussreaktion gleich.


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