Schlägereien und Messer-Attacken: Hat Zwickau ein Gewaltproblem?

Das Muldeparadies, eigentlich ein Ort der Erholung. Anfang Juli gingen hier zwischen 20 und 50 syrische Jugendliche aufeinander los.
Das Muldeparadies, eigentlich ein Ort der Erholung. Anfang Juli gingen hier zwischen 20 und 50 syrische Jugendliche aufeinander los.  © Kristin Schmidt

Zwickau - Die Vorfälle scheinen sich zu häufen: Massenschlägerei im Muldeparadies Anfang Juli. Massenschlägerei auf der Humboldtstraße am vergangenen Wochenende. Messerattacke in der Innenstadt Ende Juli. Messerangriff Ende Juni im Alten Steinweg. Messerangriff Anfang August in der Neuplanitzer Straße. Hat Zwickau ein Gewaltproblem?

Immer wieder darin verwickelt: Migranten. Häufig, wenn als Tatwaffe ein Messer genannt wird.

"Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei etwa einem Drittel", sagt Anett Münster (39) von der Polizeidirektion Zwickau.

Die Statistik der Ordnungshüter offenbart dann eher überraschendes. "Die Anzahl der Straftaten mit dem Tatmittel Messer ist leicht zurückgegangen", sagt Münster.

Die Zwickauer City, hier der Pulverturm, war zuletzt immer wieder Schauplatz von Massenschlägereien.
Die Zwickauer City, hier der Pulverturm, war zuletzt immer wieder Schauplatz von Massenschlägereien.  © Kristin Schmidt

Konkret: 2015 waren es 118-, 2016 dann 119- und 2017 "nur" 107 Straftaten (1. Januar bis 31. Juli). Darunter fallen allerdings nicht nur Messer-Angriffe, sondern auch das Führen von Messern, "die unter das Waffengesetzes fallen."

Wie geht es nun in Zwickau weiter? "Lagebedingt können wir auch noch zusätzliche Kräfte mobilisieren", so Münster. Kontrollbereiche, wie sie Chemnitz eingerichtet hat, "gibt es derzeit im Bereich der Polizeidirektion nicht." Es sei auch nicht geplant, diese beim Innenministerium zu beantragen. "Das kann sich jederzeit ändern."

Kontrollbereiche ermöglichen es der Polizei, Personenkontrollen ohne konkreten Anlass durchzuführen.


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