Wie brutal sind die Zwickauer Ordnungshüter?

Sven Georg (47, links) und Andreas Lorenz (48) mit sichtbaren Verletzungen 
nach ihren Begegnungen mit den Ordnungshütern.
Sven Georg (47, links) und Andreas Lorenz (48) mit sichtbaren Verletzungen nach ihren Begegnungen mit den Ordnungshütern.

Zwickau - Eine blutige Nase bei Sven Georg (47), eine Platzwunde am Kinn von Andreas Lorenz (48): für die beiden Zwickauer schmerzhafte Erinnerungen an die Begegnung mit den Ordnungshütern.

Was war passiert? Georg warf bei der Stadtratssitzung am 22. September Plakate ins Plenum. Unter dem Vorwurf, einen Zuschauer auf der Besucher-Empore geschlagen zu haben, wurde er von der Polizei aus dem Saal getragen. "Draußen wurde ich dann am Boden fixiert und bearbeitet."

Lorenz geriet vergangene Woche bei der Einwohnerversammlung in Eckersbach mit dem Stadtordnungsdienst aneinander. Entgegen der Hausordnung wollte er Videoaufnahmen anfertigen, weshalb er des Saales verwiesen wurde.

Sein Vorwurf: "Ich wurde am Boden fixiert und dann zweimal ins Gesicht getreten." Die Wunde musste mit 23 Stichen genäht werden. "Ich soll einen Stadtmitarbeiter geschlagen haben. Doch dazu bin ich nach drei Schlaganfällen körperlich gar nicht mehr in der Lage."

Rathaus-Sprecher Mathias Merz (47) sieht kein Fehlverhalten des städtischen Ordnungsdienstes. Im Gegenteil. Aufgrund der Vorkommnisse wurde gegen Georg und Lorenz "Anzeige durch die Stadt Zwickau erstattet."

Andreas Lorenz (48) wollte vergangene Woche trotz Verbot bei der 
Einwohnerversammlung in Eckersbach filmen.
Andreas Lorenz (48) wollte vergangene Woche trotz Verbot bei der Einwohnerversammlung in Eckersbach filmen.