Streit um Superknast landet vor Gericht: Baustart nicht vor 2018

Der Freistaat hat bereits begonnen das Gelände für den Gefängnisbau herzurichten.
Der Freistaat hat bereits begonnen das Gelände für den Gefängnisbau herzurichten.  © DPA

Zwickau - Jubelstimmung bei der Bürgerinitiative gegen den Gefängnisbau in Zwickau. Nach jahrlangem Warten haben die Knastgegner endlich einen Termin vor dem Verwaltungsgericht in Chemnitz bekommen.

Dort liegt seit langem ihre Klage vor. Nun wird verhandelt. Am 26. April entscheidet sich dann das Schicksal der Bürgerinitiative, und des Superknastes.

"Endlich ein Hoffnungsschimmer", freut sich Lutz Reinhold (53), der Sprecher der Bürgerinitiative. Die will den Bau des von Sachsen und Thüringen gemeinsam geplanten Supergefängnisses mit über 800 Plätzen verhindern. Grundlage:

Der Kaufvertrag über das ehemalige RAW-Gelände in Zwickau-Marienthal zwischen Stadt und Freistaat sei nicht rechtens. "An diesem Punkt haben wir den Hebel angesetzt", so Reinhold, dessen Bürgerinitiative in einer Unterschriftenaktion immer 10.391 Stimmen gegen den Knastbau sammeln konnte.

Was aber soll aus der Fläche werden, wenn Reinhold und Co. tatsächlich gewinnen sollten? "Wir haben jetzt hier die perfekten Voraussetzungen für ein Gewerbegebiet", schmunzelt Reinhold. Denn ohne das Urteil des Gerichtes abzuwarten, hatte der Freistaat schon damit begonnen, das ehemalige RAW-Gelände her zu richten. Die alten Gebäude wurden abgerissen, der Boden saniert.

Derzeit wird von einem Baustart im ersten Halbjahr 2018 ausgegangen. Die Inbetriebnahme soll 2020 erfolgen. Die Kosten für den Superknast liegen bei rund 171,5 Millionen Euro.

Lutz Reinhold, Sprecher der Bürgerinitiative will den Knastbau verhindern.
Lutz Reinhold, Sprecher der Bürgerinitiative will den Knastbau verhindern.  © Peter Zschage

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