Schuldig! Heike Wunderlichs Mörder muss für immer hinter Gitter

Seit Dezember steht Helmut S. wegen des Mordes an Heike Wunderlich vor Gericht.
Seit Dezember steht Helmut S. wegen des Mordes an Heike Wunderlich vor Gericht.  © Theo Stiegler

Zwickau - Es dauerte genau 11.101 Tage - dann war der Mord an Heike Wunderlich († 18) gesühnt. Mittwoch Mittag sprach das Landgericht Zwickau den Mörder der jungen Vogtländerin schuldig. Lebenslange Haft, besondere Schwere der Schuld - Helmut S. (62) kommt vermutlich nie wieder frei.

Die Auszubildende Heike Wunderlich war am 9. April 1987 gegen 21.45 Uhr mit ihrem Moped bei einer Freundin losgefahren - es war das letzte Lebenszeichen. Am nächsten Morgen fand ein NVA-Soldat die vergewaltigte und erdrosselte Vogtländerin an der Talsperre Pöhl. Es fehlten ihre Uhr, 700 DDR-Mark Monatslohn, Schmuck - und fast 30 Jahre lang die heiße Spur zum Täter.

Der war mittlerweile nach Gera weitergezogen, drei Mal verheiratet, hatte zwei Kinder. Und viele Vorstrafen: Helmut S. wurde unter anderem wegen Diebstahl, Körperverletzung und sexueller Nötigung verurteilt. Somit gelangte auch sein genetischer Fingerabdruck in die Datenbank der Ermittler. 2015 dann der Treffer: Die Experten entdeckten an Kleidungsstücken der Toten den DNA-Abdruck von Helmut S. - Festnahme.

Der Frührentner stritt aber alles ab. Seit dem 12. Dezember 2016 wurde vorm Landgericht verhandelt. Helmut S. selber schwieg. Lediglich über seine Verteidiger ließ er ausrichten: „Nein, ich war das nicht.“ Als Nebenkläger verfolgte der Bruder der Toten, Frank Wunderlich (45), den Prozess: „Der Täter soll unsere Nähe und unseren Hass spüren.“

Mittwoch Mittag sprach Richter Klaus Hartmann (59) das Urteil. Es ist noch nicht rechtskräftig.

Die 18-jährige Heike Wunderlich wurde vor 30 Jahren grausam ermordet.
Die 18-jährige Heike Wunderlich wurde vor 30 Jahren grausam ermordet.  © Repro: Matthias Lippmann

Titelfoto: Theo Stiegler


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