Hat dieser Betreuer eine behinderte Frau missbraucht?

Zwickau - Diese Anschuldigungen gehen ins Mark! Jürgen L. (37) soll sich als Chauffeur an einer am Down-Syndrom (Trisomie 21) erkrankten Frau vergangen haben. Zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Zwickau stritt der Mann alles ab.

Busfahrer Jürgen L. (37, l.) soll eine Frau mit Down-Syndrom missbraucht haben.
Busfahrer Jürgen L. (37, l.) soll eine Frau mit Down-Syndrom missbraucht haben.  © Sven Gleisberg

Jürgen L., der mittlerweile suspendiert ist, war als Betreuer und Fahrer für Gina B. verantwortlich. Täglich fuhr er sie von ihrem Wohnort Lichtentanne zur Lukaswerkstatt nach Zwickau. Die Behindertenwerkstatt gehört zum Verein Stadtmission Zwickau.

Beide Taten sollen sich zwischen Mai und Juni 2018 auf dem Heimweg ereignet haben. An der Thanhofer Straße in Lichtentanne habe L. angehalten und sein Opfer aufgefordert, sich auszuziehen - so steht es in der Anklage. Besonders perfide: L. soll gedroht haben, der Betreuerin in der Werkstatt zu erzählen, dass sie nicht ordentlich arbeite und der sexuelle Kontakt freiwillig sei. Dadurch sah sich B. gezwungen mitzumachen.

Der Reisebusfahrer soll daraufhin an ihrer Brust geleckt und mit dem Finger in ihr Geschlechtsteil eingedrungen sein. Aus dem Protokoll einer Betreuerin geht hervor, dass das Opfer bis heute unter Schlafstörungen leide und in keinen Bus steigen könne.

Über seinen Verteidiger beteuerte der Angeklagte seine Unschuld. "Da war nichts." Die eindringlichen Worte des Richters, man möge die Aussage nochmals überdenken, führten zu nichts. Das Opfer wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des Angeklagten vernommen.

Der Prozess wird am 24. Februar fortgesetzt. Bei Verurteilung drohen L. mindestens drei Jahre Haft.

Der Angeklagte fuhr das Opfer täglich in die Lukaswerkstatt nach Zwickau.
Der Angeklagte fuhr das Opfer täglich in die Lukaswerkstatt nach Zwickau.  © Sven Gleisberg

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