Zoff im Wald: Mann fährt Förster an



Hermann R. (70) wurde sein dringendes Bedürfnis zum Verhängnis.
Hermann R. (70) wurde sein dringendes Bedürfnis zum Verhängnis.  © Theo Stiegler

Zwickau - Er musste ganz dringend mal austreten, hielt am Waldesrand an - und stand am Donnerstag vor Gericht. Hermann R. (70) wurde ein dringendes menschliches Bedürfnis zum Verhängnis.

Der Mann hatte im März 2016 mit seinem Audi A4 am Weißenborner Wald angehalten, weil er dringend mal auf Toilette musste. Dabei wurde er vom Jagdpächter Olaf Z. (48) entdeckt.

Dann das Missverständnis: Der Förster hielt den Rentner für einen Umweltsünder, der Müll illegal entsorgen wollte. Olaf Z. ist ein gebranntes Kind, kennt kein Pardon: "Wir fahren hier den Müll teilweise mit dem Multicar aus dem Wald."

Der Streit begann. Hermann R. sprang schließlich wieder ins Auto, fuhr direkt auf den Förster zu. Der sprang in den Graben, prellte sich das Knie und war vier Wochen krank. Dem Rentner war der Vorfall am Donnerstag sichtlich peinlich. "Ich hatte Panik und wollte nur weg", sagt er entschuldigend zu Richter Heiko Eisenreich. Polizisten hatten geflohenen Mann wenig später zuhause gestellt.

Am Donnerstag einigten sich beide Kontrahenten schließlich gütlich - Hermann R. zahlt dem Jagdpächter 2.000 Euro Schmerzensgeld. Im Gegenzug wurde der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung und Fahrerflucht vom Gericht eingestellt.

Hier am Weißenborner Wald spielte sich der rabiate Streit ab.
Hier am Weißenborner Wald spielte sich der rabiate Streit ab.  © Theo Stiegler

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