Ex-VW-Mitarbeiter klaute Teile im Wert von einer halben Million

Elektromeister Dirk E. (46) hatte sich an der Börse verspekuliert. Er muss 
für zwei Jahre und neun Monate in den Knast.
Elektromeister Dirk E. (46) hatte sich an der Börse verspekuliert. Er muss für zwei Jahre und neun Monate in den Knast.  © Theo Stiegler

Zwickau - Was für ein Absturz: Dirk E. (46) war Elektromeister bei VW, Chef von 20 Mitarbeitern. Nun muss er für zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter.

Fünf Jahre hatte E. seinen damaligen Arbeitgeber beklaut. Er ließ Elektroniksteuerungen mitgehen, die er im Internet bei ebay verkaufte. Wert: Fast 500.000 Euro. 

E. hatte sich an der Börse verspekuliert, verlor beim großen Crash 2008 viel Geld. Den Verlust wollte er ausgleichen.

Der Diebesplan war simpel. Kleinere Teile nahm er in seiner Tasche mit, größere Baugruppen lud er in seinen Dienstwagen und fuhr damit unkontrolliert aus dem VW-Werk in Mosel.

Die Staatsanwaltschaft Zwickau warf dem Angeklagten vor, aus den Verkäufen einen Gewinn von etwa 150.000 Euro für seine persönlichen Zwecke abgeschöpft zu haben. E. sagte umfassend aus. „In 20 Jahren bin ich nicht ein einziges Mal kontrolliert worden.“

Auf die Schliche kam ihm das Finanzamt Gera. Dem war der schwunghafte Handel aufgefallen. Die Steuerfahndung filzte das Haus des Angeklagten in Ponitz (Thüringen). 

So flog die Geschichte auch im VW-Werk auf. Eine Lkw-Ladung Diebesgut wanderte wieder ins VW-Ersatzteillager, wo die Teile niemand vermisste.





Das VW-Werk wurde innerhalb von fünf Jahren kontinuierlich bestohlen. 
Elektronikteile im Wert von fast 500000 Euro verschwanden.
Das VW-Werk wurde innerhalb von fünf Jahren kontinuierlich bestohlen. Elektronikteile im Wert von fast 500000 Euro verschwanden.  © Peter Zschage