"Wenn es bei uns so scheiße ist, warum sind Sie hier?": Richter erklärt seine Reaktion

Richter Stephan Zantke (54) hat in einem Prozess gegen einen kriminellen Flüchtling Klartext gesprochen (Archivfoto).
Richter Stephan Zantke (54) hat in einem Prozess gegen einen kriminellen Flüchtling Klartext gesprochen (Archivfoto).  © Klaus Jedlicka

Zwickau - Richter Stephan Zantke wählte im Prozess gegen einen libyschen Straftäter sehr deutliche Worte. Die Reaktion erregt bundesweit Aufmerksamkeit. Nun erläutert Zantke seinen Satz.

Der 29-jährige Mohamed F., ein Libyer, wurde angeklagt, im Zwickauer Asylbewerberheim, in dem er lebte, randaliert zu haben, einen Mitarbeiter mit einem Messer angegriffen und ein 7-jähriges Kind in einem Supermarkt mit einer Bierflasche beworfen zu haben. Er soll außerdem einen Polizisten bespuckt und mehrere Frauen angebrüllt haben mit "Nazi-Hure" und "Scheiß-Deutsche".

Gegen über der WELT sagte Zantke, dass es ihm dann reichte, als der Angeklagte im Gerichtssaal "Scheißdeutsche" und "Scheißdeutschland" gesagt hatte. Der Richter fragte den 29-Jährigen: "Wenn es bei uns so scheiße ist, warum sind Sie dann hier?" Dieser Satz machte ihn deutschlandweit bekannt.

Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Monate Haft auf Bewährung gefordert, doch diese Forderung erschien Richter Zantke offenbar als deutlich zu mild. Er verurteilte den Libyer zu zweieinhalb Jahren Gefängnis.

Wie die WELT weiter berichtet, sagte Zantke: "Ja, das habe ich gesagt. Obwohl das sonst eigentlich nicht meine Wortwahl ist. Aber hinter dem Sinn der Worte stehe ich."

Weiter schimpfte Zantke in der Urteilsbegründung: "Sie erhalten von unseren Steuern ein Dach überm Kopf - und jetzt müssen wir noch Ihren Schaden bezahlen. Sie sind frauenfeindlich und achten nicht mal Kinder". Und weiter: "Was wäre passiert, wenn wir solche Straftaten in Libyen begehen?"

Diese Sätze des Richters erhielten eine enorme Resonanz. Der Richter erzählt: "Ich habe nur Zustimmung bekommen, europaweit. Von Lieschen Müller, von Polizeibeamten, von Politikern. Es gab keine einzige negative Stimme."

Zantke weiter: "Wenn man so über den Staat schimpft, sind meine Worte ja auch nachvollziehbar. Ich habe dem Mann nur den Spiegel vorgehalten".


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