Haftbefehl gegen Sportschützen aufgehoben: Hardy G. ist wieder auf freiem Fuß

Zwickau - Das Amtsgericht Zwickau hat den Haftbefehl gegen Hardy G. (30) außer Vollzug gesetzt.

Großeinsatz in Limbach-Oberfrohna: Im Juni wollten Zeugen den Flüchtigen in der Innenstadt gesehen haben.
Großeinsatz in Limbach-Oberfrohna: Im Juni wollten Zeugen den Flüchtigen in der Innenstadt gesehen haben.  © Harry Härtel/Haertelpress

Der 30-Jährige soll im Sommer seine Ex-Freundin und deren Familie bedroht haben. Anschließend flüchtete der Mann und tauchte wochenlang unter. Nach seiner Festnahme in einem Hotel Frankfurt hatte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft zunächst von einem Antrag auf U-Haft abgesehen. Er soll danach aber die Familie seiner Ex-Freundin weiterhin terrorisiert haben (TAG24 berichtete), so dass die Staatsanwaltschaft Zwickau, in deren Bereich sich die meisten Straftaten abspielten, einen Haftbefehl beantragte. Hardy G. saß seit August in U-Haft.

Nun wurde der 30-Jährige aus der U-Haft entlassen, weil er einen festen Wohnsitz und eine Arbeit habe. Die Ermittlungen gegen ihn laufen aber laut Staatsanwaltschaft weiter.

Ihm werden unter anderem Bedrohung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und versuchte Körperverletzung vorgeworfen.

Hardy G. war im Sommer wochenlang auf der Flucht

Mit diesem Foto suchte die Polizei wochenlang nach Hardy G.
Mit diesem Foto suchte die Polizei wochenlang nach Hardy G.  © Polizei

Doch was war passiert? Anfang Juni soll Hardy G. in das Elternhaus seiner Ex-Freundin Silke K. (33) eingebrochen sein und deren Vater angegriffen haben. Er erlitt eine Platzwunde am Kopf. Die Familie wurde unter Polizeischutz gestellt, denn aus dem Waffenschrank von Gs. Eltern fehlte eine Waffe, wie Matthias G. (66), der Vater des 30-Jährigen TAG24 bestätigte. Hardy G. selbst war Mitglied in einem Schützenverein, ihm wurde die Waffenbesitzkarte allerdings im Frühjahr entzogen, seine Waffen beschlagnahmt.

Seit der Attacke auf den Vater von Silke K. war Hardy G. auf der Flucht. In einer SMS drohte der er seiner Ex noch: "Ich bin im Krieg." Zuletzt wurde er nach der Tat in Chemnitz, in der Galerie Roter Turm gesehen, wo die Polizei dann auch sein Auto fand.

Höhepunkt der Suche nach Hardy G. war ein Großeinsatz der Polizei in Limbach-Oberfrohna Mitte Juni. Zeugen meldeten, sie hätten Hardy G. gesehen und er habe sich in der alten Post verschanzt. Teile der Innenstadt wurden abgesperrt, Anwohner evakuiert. Ein Polizeisprecher damals zu TAG24: "Es ist unklar, ob der Mann in dem Postgebäude ist." 230 Polizisten waren im Einsatz.

Doch da war Hardy G. schon lange weg. Er hatte sich nach Frankfurt/Main abgesetzt, wo er schließlich Mitte Juli festgenommen wurde.

Titelfoto: Polizei


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