Zwickau bekommt Trauergruppe für verwaiste Eltern

Zwickau - Das eigene Kind stirbt und den betroffenen Eltern wird plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen. Für Außenstehende ist es meist unvorstellbar, welche Gefühlswelt Eltern durchleben.

Susann Schnabel (40, l.) und Anne Bayer (34) gründen eine neue Trauergruppe für verwaiste Eltern.
Susann Schnabel (40, l.) und Anne Bayer (34) gründen eine neue Trauergruppe für verwaiste Eltern.  © Klaus Jedlicka

Susann Schnabel (40) und Anne Bayer (34) wollen Trauernden beistehen. Sie gründen nun eine Trauergruppe für verwaiste Eltern in Zwickau.

Allein zu sein, niemanden zu haben, der mit einem redet - das ist wohl das Schlimmste, was Trauernden passieren kann. Die Trauergruppe des Ambulanten Kinderhospizdienstes Westsachsen (AKHD) bietet eine Anlaufstelle.

"Eltern trauern nach dem Tod ihres Kindes unterschiedlich. Viele haben großen Redebedarf, für andere ist das gar nichts. Einige erhalten Hilfe durch den Freundeskreis oder die Kirche. Andere stehen tatsächlich alleine da", erzählt Anne Bayer, Koordinatorin des AKHD Westsachsen. Mit Kollegin Susann Schnabel wird sie die Gruppe anleiten.

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Ob Unfall, Totgeburt oder Tod nach langer Krankheit. Je nach Todesfall sei die Trauer unterschiedlich stark ausprägt. "In jedem Fall muss man Trauer zulassen." Während der zehn Treffen werden verschiedene Themen besprochen, wie zum Beispiel "die ersten Male".

Wie verbringt man den ersten Geburtstag oder das erste Weihnachten ohne Kind? Welche Rituale können helfen? Wie verkraftet man die Besuche der Grabstätte? Auch die Partnerschaft kann sich nach dem Schicksalsschlag drastisch verändern. Besonders wichtig: "Wer in die Gruppe kommt, muss andere Geschichten aushalten können", so Bayer.

Ab Frühjahr soll jeden ersten Dienstag im Monat ein Treffen am Friedhof Planitz im Haus Lukanien stattfinden. Anmeldungen an Anne Bayer unter 0173/3 92 86 41.

Voraussichtlich ab Frühjahr, wenn sich genügend Eltern zusammengefunden haben, findet die Trauergruppe einmal im Monat im im Haus Lukanien des Planitzer Friedhofs statt.
Voraussichtlich ab Frühjahr, wenn sich genügend Eltern zusammengefunden haben, findet die Trauergruppe einmal im Monat im im Haus Lukanien des Planitzer Friedhofs statt.  © Klaus Jedlicka
Wenn ein Kind auf tragische Weise stirbt, wissen wohl die meisten Eltern im ersten Augenblick nicht mehr weiter. Sich in einer Gruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen, kann den Schmerz lindern.
Wenn ein Kind auf tragische Weise stirbt, wissen wohl die meisten Eltern im ersten Augenblick nicht mehr weiter. Sich in einer Gruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen, kann den Schmerz lindern.  © Christian Essler

Titelfoto: Klaus Jedlicka

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