Sie schlugen einen JVA-Beamten halbtot: Prozess gegen Gefängnismeuterer gestartet

Der Angeklagte Matthias W. (22) wird zur Verhandlung geführt. Er war einer der beiden Häftlinge, die dem JVA-Beamten Jens V. (53) auflauerten. (Archivbild)
Der Angeklagte Matthias W. (22) wird zur Verhandlung geführt. Er war einer der beiden Häftlinge, die dem JVA-Beamten Jens V. (53) auflauerten. (Archivbild)  © Uwe Meinhold

Zwickau - Drei Gefangene, ein Plan: Sie wollten raus aus dem Knast. Seit Dienstag stehen zwei von ihnen in Zwickau vor Gericht.

Im Oktober 2016 wollten Maximilian S. (17), Matthias W. (22) und Martin F. (22) aus der JVA in Zwickau ausbrechen. Dabei gingen sie äußerst brutal vor und scheiterten. Ein JVA-Beamter (53) wurde bei dem Ausbruchsversuch lebensgefährlich verletzt. Der 17-jährige Maximilian S. wurde dafür bereits zu einer mehrjährigen Jugendstrafe verurteilt (TAG24 berichtete)

Matthias W. und Martin F. sollen damals den Fluchtplan geschmiedet haben. Ihr Plan: Mit einer Säge vergrößerten sie die Klappe an der Zellentür und zwängten sich dort durch. Die Ausbrecher lauerten einem JVA-Beamten auf und schlugen ihn mit einem Tischbein nieder. Ausgeführt wurde der Schlag von Maximilian S.. Weitere Beamte kamen ihrem Kollegen zu Hilfe und vereitelten den Ausbruch.

Der 17-Jährige belastete zum Prozessauftakt seine Komplizen schwer. Der Plan stamme von Martin F., Matthias W. habe den Beamten fesseln wollen und noch weitere Gefangene sollten befreit werden. Fliehen wollten die Häftlinge mit einer Leiter über die Mauer und dann sollte es nach Tschechien gehen, berichtet die Bild.

Den beiden 22-Jährigen drohen mehrjährige Haftstrafen. Das Urteil wird am 30. Januar erwartet.

Martin F. (22) verdeckt sein Gesicht mit einer Zeitschrift. Laut eines Mitangeklagten gilt er als Kopf des Trios, das aus der JVA Zwickau ausbrechen wollte. (Archivbild)
Martin F. (22) verdeckt sein Gesicht mit einer Zeitschrift. Laut eines Mitangeklagten gilt er als Kopf des Trios, das aus der JVA Zwickau ausbrechen wollte. (Archivbild)  © Uwe Meinhold