Geständnis unter Tränen: Fünffach-Mutter "entsorgte" Baby auf einem Feld

Anja G. (31) verdeckt ihr Gesicht, als sie den Gerichtssaal am Landgericht betritt. Unter Tränen schilderte sie die Vorfälle, die zum Tod ihres fünften Babys führten.
Anja G. (31) verdeckt ihr Gesicht, als sie den Gerichtssaal am Landgericht betritt. Unter Tränen schilderte sie die Vorfälle, die zum Tod ihres fünften Babys führten.  © maik

Zwickau - Sommer 2017: Auf einem Feld bei Wilkau-Haßlau wird ein totes Baby gefunden. Fast ein Jahr lang lag der kleine Junge bereits dort. Jetzt steht seine Mutter Anja G. (31) in Zwickau vor Gericht. Ein DNA-Gutachten hat sie überführt. Die Anklage: Totschlag durch Unterlassung.

Vor Gericht offenbart die fünffache Mutter Unglaubliches. Demnach habe niemand - selbst ihr Lebensgefährte und Vater des Kindes - nichts von der Schwangerschaft mitbekommen. Wie auch schon beim Kind zuvor, einem Mädchen, das zur Adoption freigegeben worden war.

Anja G. sagt selbst, dass sie in großer Angst gelebt habe, dass ihre Schwangerschaft entdeckt werden würde. Angeblich sei es wegen der Kinder immer wieder zu Streitigkeiten mit dem Lebensgefährten gekommen.

Den später tot aufgefundenen Jungen brachte sie Anfang August 2016 in der Badewanne der gemeinsamen Wohnung zur Welt. "Er hat nicht geschrien, nur gewimmert", sagt sie unter Tränen. Etwa vier Stunden nach der Geburt wollte sie das Kind in die Babyklappe der Klinik in Aue bringen. Unterwegs habe sie bemerkt, dass es nicht mehr lebe. "Ich war so in Panik und wusste nicht, was ich tun sollte."

Der Prozess wird am 16. März fortgesetzt. Dann soll auch der ehemalige Lebensgefährte - der als Nebenkläger auftritt - als Zeuge vernommen werden.

Polizei und Kriminaltechnik am Fundort der Babyleiche im Wilkau-Haßlauer Ortsteil Culitzsch.
Polizei und Kriminaltechnik am Fundort der Babyleiche im Wilkau-Haßlauer Ortsteil Culitzsch.  © Sven Gleisberg

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