Gewandhaus-Affäre: Entlassung von Architekt war lange geplant

Bauarbeiter ziehen eine neue Zwischendecke im Gewandhaus-Foyer ein. Trotz der organisatorischen Probleme laufen die Arbeiten weiter.
Bauarbeiter ziehen eine neue Zwischendecke im Gewandhaus-Foyer ein. Trotz der organisatorischen Probleme laufen die Arbeiten weiter.  © Ralph Köhler/propicture

Zwickau - Der Zoff um die Sanierung des Zwickauer Gewandhauses, der gefeuerte Architekt Sebastian Thaut - war alles viel schlimmer als gedacht? Ein Insider, der Zugang zu vertraulichen Informationen im Rathaus hat, zu TAG24: "Es gab schon seit Juni eine konkrete Kündigungsstrategie. Das war also keine kurzfristige Entscheidung."

Offenbar erfolgte die Kündigung von Thaut auch gegen den Rat des Rechtsanwalts der Stadt. Dieser habe stets darauf gedrungen, dass es einen Aufhebungsvertrag geben sollte, wenn es zur Trennung kommt. "Vor einer Kündigung hat er immer gewarnt, weil die teurer wird", weiß der Insider.

Was sich auch in der Forderung, die Thauts Rechtsanwälte aufmachen, widerspiegelt. Rund 500.000 Euro fordern diese von der Stadt an offenen Honoraren (TAG24 berichtete). Für den Insider eine überraschend niedrige Summe. "Das ist ein echtes Friedensangebot, das die Stadt annehmen sollte."

Klar ist mittlerweile auch, dass es praktisch auf jeder Bauberatung zu Differenzen zwischen Projektsteuerer und Architekten wegen der Aufgabenverteilung gekommen ist. Warum die Stadt keinen Generalplaner eingesetzt hat, der das hätte verhindern können, bleibt bislang ungeklärt.

Der Stadtrat hat unterdessen einen Akteneinsichtsausschuss eingesetzt, der die Vorgänge, wie es zur Kündigung kam, überprüfen soll.

Sorgenkind Gewandhausbaustelle: Das Zwickauer Prestigprojekt machte zuletzt vor allem negative Schlagzeilen.
Sorgenkind Gewandhausbaustelle: Das Zwickauer Prestigprojekt machte zuletzt vor allem negative Schlagzeilen.  © Ralph Köhler/propicture

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