Zwickau stemmt sich gegen den Superknast

Lutz Reinhold (53, Mitte) scheut keinen Weg. Hier diskustiert er mit Sachsens Innenminister Sebastian Gemkow (37, CDU).
Lutz Reinhold (53, Mitte) scheut keinen Weg. Hier diskustiert er mit Sachsens Innenminister Sebastian Gemkow (37, CDU).

Von Frank Harnack

Zwickau - Lutz Reinhold (53) gibt sich nicht geschlagen. Auch wenn vergangene Woche die Justizminister von Sachsen und Thüringen bereits die Baustelle der künftigen Justizvollzugsanstalt (JVA) in Zwickau besucht haben - dass der Superknast mit 800 Plätzen tatsächlich dort gebaut wird, steht noch lange nicht fest.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern in der Bürgerinitiative gegen den Bau der JVA glaubt Reinhold fest daran, dass er den Bau noch verhindern kann.

Exakt 10391 Stimmen von Zwickauern, die ebenfalls dagegen sind, haben sie bereits gesammelt. Vor dem Verwaltungsgericht in Chemnitz liegt eine Klageschrift.

„Wir warten sehnsüchtig auf einen Termin. Unser Rechtsanwalt macht schon Druck“, sagt Reinhold.

Das Gelände des ehemaligen RAW in Zwickau. Hier sollen künftig 800 Häftlinge ihre Strafen verbüßen.
Das Gelände des ehemaligen RAW in Zwickau. Hier sollen künftig 800 Häftlinge ihre Strafen verbüßen.

Der Ansatzpunkt: Die Stadt Zwickau verkaufte für den Bau der JVA das ehemalige Gelände des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) an das Land. „Doch das RAW-Gelände hatte die Stadt einst gekauft, um dort die so dringend benötigten Gewerbeflächen zu errichten“, sagt Reinhold, der für „Bürger für Zwickau“ im Stadtrat sitzt.

Später erst veranlasste der Stadtrat 2013 eine sogenannte Umwidmung des Geländes in eine Sonderfläche. Um es wieder los zu werden. War das rechtens? Genau da setzt die Bürgerbewegung an.

„Wir stellen in Frage, ob der Verkauf des RAW-Geländes rechtens war.“ Reinhold fragt sich zudem, was aus dem Gelände in Pöhlau geworden ist. Dort war das ehemalige Plattenwerk als Bauplatz für die JVA vorgesehen.

„Aber plötzlich sprach keiner mehr davon. Niemand will sagen, warum nicht in Pöhlau gebaut wird, obwohl die Gegebenheiten dort viel besser als in Marienthal sind.“

Fotos: propicture, Holm Helis Ralph Köhler


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