Superknast-Baustelle: Wie gefährlich ist der Wismut-Schotter?

Überraschungen in der Tiefe: erst eine Weltkriegsbombe, jetzt Wismut-Schotter auf dem RAW-Gelände in Marienthal.
Überraschungen in der Tiefe: erst eine Weltkriegsbombe, jetzt Wismut-Schotter auf dem RAW-Gelände in Marienthal.  © Kristin Schmidt

Zwickau - Die Baustelle des geplanten Superknasts auf dem alten RAW-Gelände in Zwickau-Marienthal hält immer neue Überraschungen bereit.

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe vor 14 Tagen (TAG24 berichtete) bestätigte sich nun ein Gerücht: "Wir haben am Rand des RAW-Geländes Wismut-Schotter gefunden. Derzeit werden erforderliche Untersuchungen und Beprobungen zur Ermittlung der Größenordnung durchgeführt", erklärt Stephan Gößl (50) vom sächsischen Finanzministerium.

Doch welche Gefahr geht von diesem in der DDR gern als "frostsicherer Baustoff" beim Tiefbau verwendeten Wismut-Schotter aus? Immerhin gilt er als schwach radioaktiv.

Gößl: "Es besteht keine Gefahr. Ein im Vorfeld erstelltes radiologisches Gutachten für das ehemalige RAW-Gelände hat keine Strahlungsbelastungen festgestellt."

Bleibt die Frage nach den Kosten der Entsorgung. "Die können wir erst nach dem Abschluss der Untersuchungen beziffern", so Gößl.

Der Bauplan für das über 220 Millionen Euro teure Prestigeprojekt - Sachsen und Thüringen wollen in Marienthal ein Supergefängnis für über 800 Insassen errichten - gerate durch den Fund nicht in Gefahr, versichert Gößl.

Neues Problem für den Bauherren: Sachsen Finanzminister Georg Unland (63, CDU) bekommt es mit Wismut-Schotter zu tun.
Neues Problem für den Bauherren: Sachsen Finanzminister Georg Unland (63, CDU) bekommt es mit Wismut-Schotter zu tun.  © Uwe Meinhold