VW-Krise: Wo soll gespart werden?

Von Bernd Rippert

Zwickau - Die Krise bei Volkswagen schlägt brutal auf das städtische Stadtsäckel durch. Zwickau rechnet mit einem Rückgang der Gewerbesteuer um 25 Millionen Euro bis 2016 (MOPO24 berichtete).

Eine Haushaltssperre ist die Folge. Nicht nur das. Die Verwaltung setzte bereits zwei Bauprojekte ab (Sanierung Turnhalle Clara-Wieck-Gymnasium und Sanierung sowie Neubau zweier Hallen im Ballsportzentrum Neuplanitz). Außerdem wurde die Sitzung des Finanzausschusses nächste Woche abgesagt.

MOPO24 fragte darum Bürger in Zwickau: Wie würden Sie im Rathaus sparen?

Karin Brehmer (65), Erdal Tursucu (32) und Wiebke Leistner (19)
Karin Brehmer (65), Erdal Tursucu (32) und Wiebke Leistner (19)

Karin Brehmer, 65, Rentnerin:
Auf alle Fälle nicht bei den Kindern! Auch bei den Turnhallen und Schulen sollte die Stadt mehr tun. Aber ein neues Gewandhaus brauchen wir nicht, überhaupt sollten wir weniger Prestigebauten sanieren.

Erdal Tursucu , 32, Dönerverkäufer:
Die Stadt könnte mehr Geld einnehmen durch bessere Wirtschaftsförderung. Auch wären im Rathaus weniger Arbeitsplätze nötig. Eine bessere Stadtwerbung würde mehr Neubürger anlocken, die Steuern zahlen.

Wiebke Leistner, 19, Studentin:
Um die Theatersanierung wäre es schade. Überhaupt sollte die Stadt nicht bei Bildung und Sport sparen. Man könnte wieder Eintritt in den Museen nehmen, außer von Schülern und Studenten. Und im Tourismus investieren.

Sandra Georgi (19), Christiane Seifert (28) und Martin Engert (28).
Sandra Georgi (19), Christiane Seifert (28) und Martin Engert (28).

Martin Engert, 28, Programmierer:
Ich bin für mehr Investitionen in die Infrastruktur wie Straßen, um neue Firmen anzulocken. Beim Sparen denke ich an den Fußball - ich brauche keine zwei Stadien. Überhaupt geht die Stadt oft sorglos mit Geld um.

Christiane Seifert, 28, Angestellte:
Sparen beim Gewandhaus wäre schrecklich, auch gute Straßen müssen sein, ebenso Schulen, Kitas, Sporthallen. Wissen Sie was? Ich bin froh, dass ich keine Kämmerin bin und über Sparmaßnahmen entscheiden muss.

Sandra Georgi, 19, Studentin:
Bei der Bildung dürfen wir nie sparen, sie ist unsere Zukunft. Auch nicht im sozialen Bereich und bei Flüchtlingen. Wir brauchen mehr Attraktionen, um Geld einzunehmen. Auch mehr Blitzer fände ich in Ordnung.

Fotos: Ralph Köhler/propicture


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