Grüne fordern 24-Stunden-Polizeireviere: Aber wie soll das gehen?

Für Zwickaus Polizeipräsident Conny Stiehl (59) schießt der Vorstoß der Bündnis-Grünen am Bedarf vorbei.
Für Zwickaus Polizeipräsident Conny Stiehl (59) schießt der Vorstoß der Bündnis-Grünen am Bedarf vorbei.  © Ralph Köhler/propicture

Zwickau - Ein rund um die Uhr besetztes Polizeirevier in Wilkau-Haßlau, Crimmitschau, Limbach-Oberfrohna oder Meerane: Das fordern die sächsischen Bündnis-Grünen. In allen Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern soll es nach ihrer Vorstellung 24-Stunden-Polizeireviere geben.

"Die Menschen in Sachsen dürfen erwarten, dass ein Polizeirevier in ihrer Nähe rund um die Uhr besetzt ist und die Polizei innerhalb von 20 Minuten vor Ort ist, wenn man sie ruft", erklärt Valentin Lippmann (26), innenpolitischer Sprecher der Fraktion. Durch die Schließung von über 30 Polizeirevieren in Sachsen "habe sich die Polizei aus der Fläche zurückgezogen".

Für den neuen Zwickauer Polizeipräsidenten Conny Stiehl (59) schießt dieser Vorstoß über das Ziel hinaus und am Bedarf vorbei. "Das können wir in der derzeitigen personellen Ausstattung gar nicht leisten. Ein Polizist, der zusätzlich im Revier sitzt, fehlt dort, wo er gebraucht wird.

Nämlich auf der Straße", sagt er. Und auch wenn die sächsische Polizei um die geplanten 1000 Stellen wachsen werde, ist noch nicht abzusehen, wie viele davon die Polizeidirektion Zwickau abbekäme.

Der Landtag in Dresden will heute über den Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen abstimmen.

Die Polizeistation in Wilkau-Haßlau. Nach dem Willen der Bündnis-Grünen soll daraus eine 24-Stunden-Polizeirevier werden.
Die Polizeistation in Wilkau-Haßlau. Nach dem Willen der Bündnis-Grünen soll daraus eine 24-Stunden-Polizeirevier werden.  © Klaus Jedlicka

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