Zwickau zockt sich reich

Spielhallen in Zwickau boomen: Immer mehr Spieler werfen Geld in die Daddelautomaten. Hauptgewinner ist die Stadt. Sie verdient dieses Jahr mehr als eine Million Euro Vergnügungssteuer.
Spielhallen in Zwickau boomen: Immer mehr Spieler werfen Geld in die Daddelautomaten. Hauptgewinner ist die Stadt. Sie verdient dieses Jahr mehr als eine Million Euro Vergnügungssteuer.

Von Bernd Rippert

Zwickau - Den Spielern sei Dank - mit der Vergnügungssteuer aus Spielhallen bezahlt die Stadt die Sanierung des Kindergartens „Muldenstrolche“ in Crossen. In diesem Jahr kein Problem, die „Daddel“- Steuer sprudelt auf Rekordhöhe.

Die Zahl der Spielotheken stieg in Zwickau seit 2004 von 17 auf 22, die Einnahmen von 384.000 auf 859.000 Euro. 2015 wird Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (59, SPD) zur Hauptgewinnerin der Daddelautomaten - die Einnahmen der Stadtkasse dürften eine Million Euro übersteigen.

Für Thomas Süß (54), Technischer Leiter der vier „El Dorado“-Spielhallen, weiß, warum in den Spielhallen mehr gezockt wird: „Dank Mindestlohn haben die Leute mehr Geld in der Tasche. Außerdem nimmt die Zahl der Ausländer zu. Viele wissen mit ihrer Zeit nichts anzufangen und verspielen ihr Taschengeld.“

Hinzu kommen die größeren Gewinnchancen. Früher konnte ein Daddler 800 Euro mit nach Hause nehmen, heute winken dank gelockerter Bestimmungen bis 10.000 Euro im Jackpot. „Da steigt der Anreiz“, weiß Thomas Süß. „Aber ich lehne den großen Geldregen ab. In Spielhallen sollte es nur um kleines Geld gehen.“

Kleines Geld, das in der Stadtkasse zu einem großen Posten wächst. Der Vergnügungssteuersatz in Zwickauer Spielhallen liegt bei 36 Prozent des Bruttogewinns jedes Automaten, mindestens jedoch 60 Euro im Monat.

„Mit unserem Geld finanzieren die Kommunen viele Aufgaben“, weiß Uwe Seidel (46), Chef der sieben „Number One“- Spielotheken.

„Dafür könnte uns die Stadt ruhig mehr unterstützen.“

Fotos: Sven Gleisberg


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0