Zwischenfall im ehemaligen AKW Lubmin! Atombehörde wurde informiert

Lubmin - Im stillgelegten Kernkraftwerk Lubmin (bei Greifswald) ist es es bei Proben einer neuen Zerlegetechnik an einem nicht radioaktiven Versuchskörper zu einer Verpuffung gekommen. Dieser Zwischenfall war jedoch so gravierend, dass die zuständige Atombehörde darüber in Kenntnis gesetzt werden musste

Die Bauruine des Block 8 (l) auf dem ehemaligen Betriebsgelände der "VEB Kernkraftwerke Bruno Leuschner" in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern).
Die Bauruine des Block 8 (l) auf dem ehemaligen Betriebsgelände der "VEB Kernkraftwerke Bruno Leuschner" in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern).  © Stefan Sauer/dpa

Der Vorfall habe sich bereits am 26. April in Anwesenheit eines Ministeriumsmitarbeiters im Block 4 ereignet, wie das Innenministerium erst am Montag in Schwerin mitteilte.

Die Verpuffung trat während der Unterwasser-Erprobung von Zerlegetechnik an einem nicht radioaktiven Versuchskörper auf.

"Es gab weder Personen- und Sachschäden, noch radiologische Auswirkungen oder eine Gefahr für die Bevölkerung. Die Erprobung fand auch nicht im Bereich der abgestellten Castoren statt", heißt es in der Mitteilung weiter, dennoch musste die Atom-Aufsichtsbehörde informiert werden.

Doch Staatssekretär Thomas Lenz betont: "Die kerntechnische Sicherheit der Anlage stehen ebenso wie der Strahlenschutz des Personals und der Bevölkerung zu jeder Zeit im Mittelpunkt, deshalb ist es wichtig, dass Verfahren vor ihrer Anwendung erprobt werden."

Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich bei dem Vorfall um ein meldepflichtiges Ereignis der geringsten Meldestufe N auf einer Skala für atomare Störfälle. Derzeit laufen Ermittlungen, um die Ursache der Verpuffung herauszufinden.

Das größte DDR-Kernkraftwerk wurde 1990 vom Netz genommen. Seit 1995 wird der Atommeiler zurückgebaut. Alle Castorbehälter des Kernkraftwerks befinden sich seit 2006 im Zwischenlager Nord.


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