Igitt, Grünkohl? Von wegen! So lecker schmeckt die Vitaminbombe (mit Rezepten)

Ratgeber - Jetzt beginnt wieder die Grünkohlzeit. Das ruft nicht bei jedem Freude hervor. Schade eigentlich.

Klassische Grünkohlgerichte sind deftig-würzig und sehr reichhaltig.
Klassische Grünkohlgerichte sind deftig-würzig und sehr reichhaltig.  © 123RF/Darius Dzinnik

Eigentlich war Grünkohl hauptsächlich im Norden sehr beliebt, doch peu à peu gewinnt das sattgrüne Gemüse auch im Rest von Deutschland an Beliebtheit.

Dafür könnte der Einfluss aus dem englischsprachigen Ausland verantwortlich sein, denn seit einigen Jahren werden insbesondere in sozialen Medien wie YouTube oder Instagram lecker, würzige Kale Chips angepriesen – Kale ist nichts anderes als Grünkohl.

In Zeiten, da Fitness und eine gesunde Ernährung eine sehr große Rolle spielen, werden Lebensmittel wie Grünkohl als Superfood gehandelt. Zu Recht, enthält Grünkohl schließlich eine Menge wertvoller Inhaltsstoffe.

Womit Grünkohl gesundheitlich punkten kann, wie man ihn klassisch oder mal anders essen kann und ein Rezept für den Trend-Snack Kale Chips – jetzt im Ratgeber!

Wann ist Grünkohlzeit?

Grünkohl ist ein Wintergemüse: Von November bis in den Februar hinein ist Grünkohl-Saison. In dieser Zeit entwickelt das Kohlgemüse seine tiefgrüne Farbe und den tollen herb-süßlichen Geschmack – und natürlich die wertvollen Inhaltsstoffe.

Darum ist Grünkohl gut für die Gesundheit:

Grünkohl enthält eine Menge Aminosäuren, Ballaststoffe, Antioxidantien, Flavonoide und ist eine reichhaltige Proteinquelle. Es ist sogar das Lebensmittel mit dem höchsten Anteil an Betacarotin (das ist ein sekundärer Pflanzenstoff und die Vorstufe von Vitamin A).

Der grüne Kohl liefert Eisen, Magnesium, Kalzium, Kalium, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, E und K.

Als Wintergemüse ist frischer Grünkohl alles andere als kälteempfindlich und sollte auch wegen seiner geringen Haltbarkeit von nur ein paar Tagen bei sehr niedrigen Temperaturen gelagert werden.

Klassisches Grünkohl-Gericht

Den Klassiker aus dem Norden ist man mit diesen Beilagen:

  • Fleisch (Kassler, Koch- bzw. Kohlwurst oder Speck)
  • Kartoffeln (Salz-, Bratkartoffeln oder kleine Kartoffelstückchen im Grünkohl)
  • eine ordentliche Portion Senf

Grünkohl mal anders: Smoothie, Salat und Pasta

Grünkohl kann man auch roh essen, allerdings empfiehlt es sich, ihn zumindest für ein paar Minuten zu blanchieren, da er dann bekömmlicher wird.
Grünkohl kann man auch roh essen, allerdings empfiehlt es sich, ihn zumindest für ein paar Minuten zu blanchieren, da er dann bekömmlicher wird.  © 123RF/jenifoto

Drei schnelle Tipps für leckere Grünkohl-Varianten:

Gehaltvoller Wintersalat

Ein bunter Salat mit winterlichem Saisongemüse gibt einem die Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine, die man in der kalten Jahreszeit braucht. Grünkohl schmeckt toll zum Salat, zum Beispiel gemischt mit:

Feldsalat und/oder Endivie, Kirschtomaten, Ziegenkäsestückchen, Walnüssen, dünnen Birnenspalten und geröstetem Speck – Veganer geben einfach scharf angebratenen Räuchertofu dazu und lassen den Ziegenkäse weg.

Grüner Gemüse-Smoothie

Ebenso wie Spinat oder Ruccola kann man auch Grünkohl wunderbar in den Mixer packen und einen Gemüsesmoothie daraus zaubern. Für einen runden Geschmack passt süßes Obst wie Banane sehr gut dazu.

Mediterranes Pasta-Gericht

Mit etwas Olivenöl in der Pfanne gedünsteter Grünkohl schmeckt besonders lecker zu Pasta: Einfach Knoblauch, Pinienkerne und Kirschtomaten dazu geben, für etwa 10 Minuten dünsten bzw. leicht anbraten, das Ganze über die Pasta der Wahl geben und zum Schluss frisch geriebenen Parmesan darüber streuen.

Trend Gemüsechips: Kale Chips selber machen

Knusprige Kale Chips aus Grünkohl, nicht nur Trend in den USA.
Knusprige Kale Chips aus Grünkohl, nicht nur Trend in den USA.  © 123RF/Brent Hofacker

Rezept für 2 Personen:

  • 125 g Grünkohl
  • 1 EL Olivenöl
  • Knoblauch (1 Tl Knoblauchöl oder eine gepresste Zehe)
  • 1 TL Paprikapulver
  • gute Prise Salz
  • Kräuter nach Belieben wie z.B. Thymian oder Rosmarin

Wer Grünkohl-Chips mit Karacho mag, gibt noch etwa einen Teelöffel Chillipulver oder Cayennepfeffer dazu.

Zubereitung:

1. Grünkohl gründlich waschen und sehr gut trocknen, sonst werden die Kale Chips nicht knusprig.

2. Grünkohlblätter auf eine handliche Chipsgröße zurechtzupfen oder schneiden, Strunk entfernen.

3. Ofen auf etwa 170 Grad vorheizen.

4. Alle Zutaten für die Marinade gut verrühren und dann mit dem Grünkohl vermengen.

5. Marinierte Grünkohlblätter auf einem Backblech verteilen, sodass sich die einzelnen Blätter möglichst wenig berühren.

6. Den Grünkohl für 10 bis 15 Minuten backen. Nach etwa 10 Minuten sollte man ein Auge darauf haben, da die Blätter schnell verbrennen.

Wenn sie noch nicht knusprig genug sind, einfach etwas länger im Ofen backen lassen, aber wie gesagt – Vorsicht, die Blätter können schnell schwarz und ungenießbar bitter werden.

Extra Tipp:

Bevor die zubereiteten Grünkohl-Chips in den Backofen kommen, bestreut man sie mit (optional veganem) Käsepulver bzw. sehr fein geriebenem Käse. Sehr lecker schmeckt dazu würziger Parmesan.

Titelfoto: 123RF/Brent Hofacker

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