Welpen baden: Was darf man und was nicht?

Dein Welpe hat sich im Dreck gesuhlt? Welche Lösungen es für so einen "Schlamm-Massel" gibt und worauf man beim Welpen Baden achten sollte, erklärt der Hunderatgeber.

Beim Welpen Baden sollte man sehr vorsichtig sein, da Hundehaut sehr empfindlich ist.
Beim Welpen Baden sollte man sehr vorsichtig sein, da Hundehaut sehr empfindlich ist.  © 123RF/rasskaz

Manchmal scheint es unumgänglich, den kleinen Racker in ein Schaumbad zu stecken, schließlich sind Welpen extrem neugierig und dazu motorisch noch nicht ganz entwickelt.

Da kommt es öfter mal vor, dass der kleine Vierbeiner ins Nassfutter plumpst oder draußen mit vollem Körpereinsatz herausfinden möchte, was eine Matschkuhle ist.

In einem älteren Hunderatgeber berichtete TAG24 bereits über das Thema "Hund baden: Wie oft sollte man das tun?". Die Antwort lautete: möglichst selten, am besten nur wenige Male im Jahr.

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Beim Thema Welpen baden gibt es aber noch einige Dinge mehr zu beachten, da die Haut von Hundewelpen natürlich wie bei den meisten jungen Lebewesen noch viel empfindlicher ist.

Die ersten Monate sollte man Welpen nicht baden

Dieser Punkt ist leider einigen Hundebesitzern nicht bewusst: In den ersten drei Monaten sollten Hunde gar nicht gebadet werden. Die Haut ist einfach noch zu empfindlich und kann schnell austrocknen oder sogar die Schutzbarriere der Haut angegriffen werden.

Dann haben Bakterien und andere Mikroorganismen leichtes Spiel und können Hautkrankheiten auslösen oder die Haut wird so stark gereizt, dass Verletzungen entstehen.

Welpen sollte man selten baden

Einige Tierärzte oder Hundeexperten raten dazu, Hunde nicht öfter als zweimal im Monat zu baden, andere raten zu noch selteneren Bädern. So oder so gilt also, Hunde und speziell Welpen so wenig wie möglich zu baden.

Wenn der Hund zum Himmel stinkt, kommt man nicht drum herum, ansonsten reichen aber die Selbstreinigungsmechnanismen von Hundefell völlig aus. Denn Schmutz wird von der Haut ins Fell transportiert, von dort kann er bei der regelmäßigen Fellpflege einfach ausgebürstet werden.

Um stärkere oder schmierige Verschmutzungen auch ohne den Welpen zu baden lösen zu können, hilft ein weiches, feuchtes Tuch, mit dem man den Dreck sanft ausreiben kann. Dabei sollte man nicht zu stark drücken oder rubbeln, denn auch das kann die Haut reizen oder sogar beschädigen.

Welches Shampoo zum Welpen Baden?

Einige Stimmen raten dazu, gar kein Shampoo zu verwenden. Sollte sich der Hund aber beispielsweise in Kot gewälzt haben, führt kein Weg daran vorbei. Für Härtefälle sollte man sich ein spezielles Welpenshampoo kaufen, das auf die Bedürfnisse der empfindlichen Welpenhaut abgestimmt ist und keine hautreizenden Duftstoffe oder andere problematische Inhaltsstoffe enthält.

Hundebesitzer sollten auf keinen Fall zu Shampoos für Menschen greifen, auch nicht zu Babyshampoos. Denn was für menschliche Haut mild ist, ist es für Hunde noch lange nicht, das sich der pH-Wert unterscheidet.

Der pH-Wert...

  • bei Menschen liegt bei etwa 5,5.
  • bei Hunden liegt bei etwa 7,5.

Zudem ist Hundehaut dünner und somit auch empfindlicher. Das gilt natürlich besonders für Welpen.

Welpen Baden: weitere Tipps für ein schönes Badeerlebnis

Welpen sollten langsam ans Baden gewöhnt werden, damit es für sie nicht zur stressigen Tortur wird.
Welpen sollten langsam ans Baden gewöhnt werden, damit es für sie nicht zur stressigen Tortur wird.  © 123RF/supergranto

Die richtige Fellpflege, also sowohl bürsten als auch baden, kann die Bindung zwischen dem Welpen und Herrchen oder Frauchen stärken. Allerdings nur, wenn man dafür sorgt, dass die Prozedur zum Badevergnügen statt zum Alptraum wird.

1. Trockenübungen: Bevor es ans richtige Baden geht, sollte man dem Welpen Zeit geben, sich an das Szenario zu gewöhnen. Dazu helfen Trockenübungen: Einfach mal den Welpen in die Dusche oder Wanne setzen, vielleicht auch mal die Brause in die Hand nehmen und ihm präsentieren. Dabei kann man auch das Shampoonieren nachahmen und dem Welpen durchs Fell fahren. Bei der nächsten Übung kann man auch mal das Wasser leicht aufdrehen. So lernt der Hund Schritt für Schritt, was beim Baden alles passiert.

2. An den Wasserstrahl und die Temperatur gewöhnen: Wenn das erste richtige Bad ansteht, sollte man den Wasserstrahl nicht gleich volle Kanne auf den Hund halten – lieber erst mal leicht aufdrehen, zeigen und dann langsam von unten nach oben bei den Pfötchen angefangen abbrausen. Dann etwas Shampoo sanft einmassieren und den Hund mit langsamen Bewegungen abbrausen.

3. Besondere Vorsicht am Kopf: Beim Welpen Baden sollte man immer darauf achten, dass kein Schaum im Mund oder den Augen landet, am Kopf sollte daher extrem wenig Shampoo verwendet werden. Auch das Abbrausen sollte im Kopf- und Nackenbereich noch behutsamer vonstattengehen als ohnehin schon.

Extra Tipp: Gerade bei der Eingewöhnung sollte man den Hund nicht bestrafen, wenn er wieder aus der Dusche springt, sonst verbindet er das Baden mit etwas Negativem. Einfach noch einmal versuchen und ihn loben, wenn er sitzen bleibt.

Darf man Welpen nach dem Baden fönen?

Nein, man sollte Welpen auf keinen Fall fönen, da das zusätzlich die Haut austrocknet. Nach dem Baden sollte der junge Hund einfach mit einem kuscheligen Handtuch abgetupft und allerhöchstens ganz sanft abgerubbelt werden. Da anschließend noch Restfeuchte im Fell ist und Welpen schnell auskühlen können, sollte man ihm zum Trocknen ein warmes Plätzchen anbieten – zum Beispiel den Hundekorb an einer leicht aufgedrehten Heizung (auch hier gilt: weniger ist mehr, denn zu starke Heizungsluft trocknet auch die Haut aus).

Am besten legt man noch ein trockenes Handtuch oder eine Decke hinein und wechselt sie mehrmals, bis der Hund ganz trocken ist.

Gegen Restfeuchte im Fell hilft ein kuscheliges, warmes Plätzchen, wo sich der Welpe nach dem Baden ausruhen kann.
Gegen Restfeuchte im Fell hilft ein kuscheliges, warmes Plätzchen, wo sich der Welpe nach dem Baden ausruhen kann.  © Unsplash/hannah grace

Auch beim Welpen Baden gilt: Weniger ist mehr.

In den ersten Monaten sollte man tatsächlich davon absehen, den Welpen zu baden. Danach steht der gesunden Welpenhaut mit einer stressfreien Gewöhnung, dem passenden Hundeshampoo und einem seltenen Bad nach Bedarf aber kaum etwas entgegen.

Sollten doch Probleme auftreten (beispielsweise juckende Haut und/oder Ekzeme) oder man ist sich unsicher wegen der Bedürfnisse der speziellen Rasse, wendet man sich am besten direkt an eine Tierarztpraxis.

Titelfoto: 123RF/rasskaz

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