Welche Zahnpflege für Hunde? Tipps & Infos

Hunde können Zahnschmerzen nur schwer äußern. Umso wichtiger, auf Symptome zu achten und vor allem mit der richtigen Zahnpflege vorzubeugen.

Zahnpflege bei Hunden beugt ernsthaften Erkrankungen vor.
Zahnpflege bei Hunden beugt ernsthaften Erkrankungen vor.  © 123RF/ Verastuchelova

Gesunde Zähne und ein gesundes Zahnfleisch sind für Hunde lebensnotwendig. Denn sie nutzen es nicht nur zum Fressen, sondern auch als Kommunikations- und Jagdinstrument. Werden die Zähne nicht ausreichend gepflegt, kann es zu starken Zahnschmerzen kommen. Das wiederum führt zur Futterverweigerung oder zu Mangelerscheinungen bei Deinem Haustier.

Umso trauriger ist die Tatsache, dass rund 85 Prozent aller Hunde einmal in ihrem Leben unter Zahnfleischentzündungen leiden und dass die Hälfte davon von ihrem Besitzer unbemerkt bleibt. Daher ist Prävention und Aufmerksamkeit für den Hund unabdinglich.

TAG24 informiert in diesem Hunderatgeber, wie gute Zahnpflege beim Hund aussieht und wie Du Zahnerkrankungen vorbeugen kannst.

Das Hundegebiss - eine kurze Übersicht

Erwachsene Hunde haben 42 Zähne, die ihnen nach dem Zahnwechsel als Welpe gewachsen sind. Es gibt Hunderassen, die besonders kurze oder verkümmerte Zähne haben. Fehlende oder kleine Backenzähne stellen dabei keine Beeinträchtigung der Gesundheit dar - es sei denn, sie entzünden sich - doch eine Zahnfehlstellung kann den Hund belasten und ist ärztlich abzuklären.

Vor allem Hunde mit kurzer Schnauze sind oft von einer Zahnfehlstellung betroffen. Da ihr Gebiss oft zu klein ist für die Anzahl an Zähnen, kann es zu Parodontitis kommen. Die Zahnfleischentzündung kann sich sogar bis auf den Kieferknochen auswirken.

Übrigens: Ausreichend Bewegung ist gut für die Zähne! Der angeregte Speichelfluss hat eine zahnreinigende Wirkung.

Wie erkenne ich Zahnschmerzen beim Hund?

Schaue selbst im Gebiss nach Eiter oder Verfärbungen.
Schaue selbst im Gebiss nach Eiter oder Verfärbungen.  © 123RF/ Mraoraor

Vielleicht leidet Dein Hund schon an Zahnweh. Generell zeigen die Vierbeiner Zahnschmerz nicht so deutlich wie beispielsweise Schmerzen an der Pfote. Daher leiden viele Hunde stumm über mehrere Jahre hinweg. Mit ein wenig Aufmerksamkeit kannst Du jedoch schnell feststellen, ob auch Dein Haustier Zahnschmerzen hat.

Folgende Symptome deuten auf Zahnprobleme hin:

  • Langsames und vorsichtiges Essen
  • Futterverweigerung
  • Schlechter Atem
  • Zahnfleischblutung
  • Braune Verfärbungen an den Zähnen
  • Eiter an den Zähnen
  • Entzündungen am Ohr
  • Jaulen beim Kauen
  • Einseitiges Kauen auf einer Seite
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Prüfe einfach mit einem Blick ins Maul Deines Hundes, wie die Zähne aussehen. Es gibt verschiedene Ursachen für Zahnprobleme und viele davon lassen sich vermeiden, wenn man sie erst mal kennt.

Mögliche Gründe für Zahnfleischentzündungen sind:

  • Zu weiches bzw. breiiges Futter
  • Kot anderer Tiere wurde gegessen
  • Fremdkörper, wie kleine Steine oder Stöcke
  • Ein zu enges Gebiss
  • Verätzungen

Tipp: Sorge dafür, dass Dein Hund ordentlich was zu kauen hat - einen Knochen oder hartes Hundefutter. So wird sein Gebiss trainiert.

Wie pflege ich die Zähne meines Hundes?

Zahnpflege solltest Du immer ernst nehmen, denn mit der richtigen Pflege beugst Du schweren gesundheitlichen Problemen vor. Folgende Tipps kannst Du ganz leicht umsetzen:

  • Richtiges Futter: Hunde müssen kauen. Dadurch trainieren sie das Gebiss und regen den Speichelfluss an, der wiederum reinigend und antibakteriell wirkt. Frisches Muskelfleisch oder ein Knochen zum Nagen erfüllt diese Aufgabe. Außerdem ist eine zuckerfreie Ernährung die wohl gesündeste.
  • Zähne putzen: Du kannst Deinem Hund die Beißerchen putzen, aber er muss bereits als Welpe daran gewöhnt worden sein. Besorge Dir spezielle Hundezahnbürsten und Zahnpasten, die geschmacklich angenehm für Hunde sind.
  • Dentalspielzeug: Mit dem richtigen Spielzeug kannst Du zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Der Hund ist ausgelastet und hat Spaß. Gleichzeitig reinigt er seine Zähne.
  • Kauspielzeuge: Ein Zahnreinigungsball oder Knochen eignet sich perfekt zum Spielen und hält das Gebiss fit.

Tipp: Knochen zum Kauen sollten nicht von Huhn oder Schwein stammen und müssen ungekocht sein.

Ans Zähneputzen müssen Hunde bereits im Welpenalter gewöhnt werden.
Ans Zähneputzen müssen Hunde bereits im Welpenalter gewöhnt werden.  © 123RF/belchonock

Was hilft bei Zahnstein beim Hund am besten?

Zuerst einmal: Du kannst Zahnstein nicht selbst entfernen. Hausmittel helfen leider auch nicht. Wenn Dein Hund Entzündungen im Maulbereich hat, dann ab zum Tierarzt. Hier ist das Prozedere jedoch sehr einfach und komplikationslos. Dein Hund wird leicht betäubt und sein Zahnstein durch einen Ultraschall von den Zähnen entfernt.

Wichtig: Versuche nicht, Zahnstein selbst zu entfernen. Dadurch kannst Du Deinem Hund Verletzungen im Maul zufügen und seine Zähne beschädigen.

Fazit: Die richtige Zahnpflege bei Hunden verhindert stummes Leid und langfristige Entzündungen.

Das Wichtigste ist die richtige Ernährung, Kauen und ausreichend Bewegung. Vergewissere Dich regelmäßig mit einem Blick ins Hundemaul, ob die Zähne schön weiß und stark sind. Zahnstein solltest Du auf keinen Fall selbst beseitigen. Dein Tierarzt hilft Dir dabei und bei allen weiteren Fragen gerne aus.

Titelfoto: 123rf / Verastuchelova

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