Klopapier-Alternativen: Was taugen Küchenrolle, Feuchttücher oder Servietten?

Deutschland - Die Coronakrise zeigt, dass des Deutschen liebstes Gut offenbar das Toilettenpapier ist. Vielerorts war der Hygieneartikel so schnell ausverkauft, kaum dass er seinen Weg ins Verkaufsregal fand. 

Wer meinte, leer auszugehen, den machte die Not erfinderisch. Küchenrollen, Servietten, Babyfeuchttücher - ja, sogar Zeitungspapier scheint für Manche eine akzeptable Alternative. Doch Abwasserbetrieben bereitet diese Entwicklung Sorge. TAG24 erklärt, was von Toilettenpapierersatz zu halten ist und welche Alternativen sich wirklich bieten. 

Dieser Klopapierersatz ist gefährlich

Was tun, wenn das Klopapier ausverkauft ist?
Was tun, wenn das Klopapier ausverkauft ist?  © Unsplash/Elly Johnson

Unnötige Hamsterkäufe haben dazu geführt, dass viele Menschen bei ihrem Wocheneinkauf vor leeren Regalen standen.

In ihrer Not griffen sie zu scheinbaren Toilettenpapier-Alternativen wie:

  • Küchenpapier
  • Zellstoff-Taschentücher
  • feuchtes Toilettenpapier
  • Babyfeuchttücher
  • Servietten 
  • Zeitungspapier

Obwohl manches Produkt zunächst als pfiffiger Ersatz für Toilettenpapier wirkt, haben sie einen entscheidenden Nachteil: Sie alle lösen sich schlecht oder gar nicht gegenüber herkömmlichen Toilettenpapier auf. 

Welche Probleme verursacht Toilettenpapierersatz?

Babyfeuchttücher sollten stets über den Restmüll entsorgt werden!
Babyfeuchttücher sollten stets über den Restmüll entsorgt werden!  © 123RF/Adam Radosavljevic

Herkömmliches Toilettenpapier ist so konzipiert, dass es sich im Abwasser gut auflöst und kein Problem für die Abwasseranlagen darstellt. 

Anders sieht es mit Küchenpapier, Taschentüchern und Co. aus. Sie sollen möglichst reißfest und saugstark sein. 

Das Umweltbundesamt schreibt dazu auf seiner Website: "Bei der Herstellung von Küchenrollen und Taschentüchern werden außerdem sogenannte Nassfestmittel auf Basis von Polyamid-Epichlorhydrinharzen verwendet. Sie sind schwer biologisch abbaubar, weshalb ihr Eintrag ins Abwassersystem zu vermeiden ist."

Besonders problematisch sind in diesem Zusammenhang feuchtes Toilettenpapier und Babyfeuchttücher. Diese bestehen in der Regel aus Kunstfasern und lösen sich gar nicht auf. 

Die Folgen für die Abwasserwirtschaft sind dramatisch. 

Es kommt zu Verstopfungen in den Abwasserkanälen und -rohren. Diese müssen umständlich über die Abwasserbetriebe entfernt werden. Das kostet viel Geld, welches über die Abwassergebühren am Ende über jeden Verbraucher zurückgefordert wird. 

Ebenso stark betroffen vom Toilettenpapierersatz sind die Pumpen in den Kläranlagen. Dort müssen die Mitarbeiter mit Sieben und Rechen die Rückstände umständlich aus dem Abwasser entfernen, damit es auch hier zu keiner Verstopfung kommt. Die Reste werden anschließend gesammelt und verbrannt. Im schlimmsten Fall gelangt etwas in das Pumpwerk, sodass dieses einfach ausfällt. Im schlimmsten Fall staut sich dann das Abwasser zurück ins eigene Gebäude. 

Welche echten Toilettenpapier-Alternativen gibt es?

Das altbekannte Bidet oder die mobile Podusche stellen eine gute Alternative dar.
Das altbekannte Bidet oder die mobile Podusche stellen eine gute Alternative dar.  © 123RF/Stepan Popov

Gäbe es keine Hamsterkäufe, würde - wie auch sonst - Toilettenpapier für alle zur Genüge zur Verfügung stehen. Durch unsolidarisches Handeln einiger Panikkäufer stehen jedoch vermehrt Menschen vor der Frage, welche Alternativen zu Klopapier es auf dem Markt gibt. 

Wer online oder im Laden momentan nicht fündig wird, dem bieten sich einige gute Ersatzmöglichkeiten. 

Die sogenannte Podusche beispielsweise gibt es längst nicht mehr nur in der teuren Variante als Bidet. Auch mobile Bidets, die mit Leitungswasser aufgefüllt werden und anschließend per Knopfdruck den Intimbereich reinigen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in allen Altersgruppen. 

In größter Not tut es auch ein Waschlappen oder mehrere kleine Stofftücher. Diese werden ähnlich wie Stoffwindeln behandelt und werden bei einer 90-Grad-Wäsche in der Waschmaschine wieder hygienisch sauber. 

Immer wieder weisen Politiker und Unternehmen darauf hin, dass es keinen Grund für Hamsterkäufe gibt. Poduschen und eingebaute Bidets stellen dennoch zu jedem Zeitpunkt eine nachhaltige Alternative zum Toilettenpapier dar. Und wer dennoch auf Toilette nicht die Finger von Küchenrolle und Co. lassen kann, sollte dieses zumindest über den Restmüll entsorgen. 

Titelfoto: Unsplash/Elly Johnson

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