Pilze sammeln für Einsteiger - Das solltest du unbedingt beachten

Der Frühherbst beginnt, und im Wald sprießen Pilze aus dem Boden, soweit das Auge reicht. Doch beim Pilzesammeln gilt es einiges zu beachten, um sich selbst und das Ökosystem nicht zu gefährden.

Laut Bundesnaturschutzgesetz gilt der Steinpilz als besonders geschützt.
Laut Bundesnaturschutzgesetz gilt der Steinpilz als besonders geschützt.  © 123rf.com/Jacek Nowak

Ein Spaziergang im Wald hat nicht nur eine meditative Wirkung, sondern kann auch mit einer leckeren Mahlzeit enden. Wer die Grundregeln beim Pilze sammeln kennt, schont die Natur und schützt sich selbst.

Pilze sind fest in den Landökosystemen verankert und spielen eine entscheidende Rolle im Wald.

Natürlich dürfen längst nicht alle Schwammerl mitgenommen werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sollten alte und zu große Pilze lieber stehen gelassen werden. 

Die beginnende Zersetzung könnte sonst sogar eine Lebensmittelvergiftung zu Folge haben. 

Die Positivliste der Speisepilze umfasst 200 verschiedene Pilzarten, die zum Verzehr geeignet sind.

Pilze sammeln: 7 Tipps für Einsteiger

Ein Holz- oder Spankorb bietet sich bestens an, um Pilze zu transportieren.
Ein Holz- oder Spankorb bietet sich bestens an, um Pilze zu transportieren.  © 123rf.com/Светлана Зайцева

Durch maßvolles und schonendes Sammeln kann die Natur und das Pilzmyzel gut geschützt und der eigenen Sammelleidenschaft problemlos nachgegangen werden. 

Mit diesen 7 Tipps im Ratgeber weißt Du, worauf Du beim Sammeln der Schwammerl achten solltest.

  • einen luftdurchlässigen Korb benutzten, niemals einen Plastikbeutel, sonst matschen die Pilze
  • Pilze nicht eng im Korb aneinander quetschen
  • mit kleinem Küchenmesser den Pilz abschneiden (oder mit der Hand herausdrehen) und das Loch wieder mit Erde zudrücken, um das übrig gebliebene Pilzgeflecht feucht zu halten
  • keine sehr alten Pilze sammeln
  • bei Fragen zur Art und Genießbarkeit eine Pilzberatungsstelle um Auskunft bitten, bei Unsicherheit den Pilz lieber stehen lassen und auf keinen Fall verzehren
  • vor der Zubereitung die Pilze mit einem Pinsel säubern
  • ausreichend lang erhitzen (ungefähr 15 Minuten), um die Pilze besser verdaulich zu machen

Sammelanfänger sollten sich nicht auf eine App und einen Buch verlassen, sondern lieber einen Fachmann fragen.

Wann Pilze sammeln?

Ein Röhrling versteckt sich im Herbstwald.
Ein Röhrling versteckt sich im Herbstwald.  © 123rf.com/subbotina

Der Spätsommer und der frühe Herbst gelten unter Pilzsammlern als Hauptsaison. Bereits im August sind der Bovist und Wiesenchampignon häufig anzutreffen.

Steinpilze und Maronen findest Du von Sommer bis Herbst im Wald. Pilze lieben die Wärme und Feuchtigkeit. 

Aber selbst im Winter wachsen Pilze, wie etwa der schmackhafte Austernseitling.

Zwar gibt es jede Menge Bücher und Apps zur Pilzbestimmung. Doch der Vergleich mit einem Foto kann trügerisch sein.

Wer sich nicht sicher ist, ob es sich um Giftpilze oder essbare Waldpilze handelt, sollte sie zur eigenen Sicherheit stehen lassen. Wenn ein Exemplar für zu Hause zur genaueren Bestimmung mitnimmt, sollte den Pilz unbedingt von den anderen Speisepilzen getrennt transportieren.

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung gilt es, direkt den Giftnotruf zu wählen und ins Krankenhaus fahren.

Wie viele Pilze darf man sammeln?

Als Eigenbedarf gilt eine Menge an Pilzen, die in etwa für ein bis zwei Mahlzeiten reicht.
Als Eigenbedarf gilt eine Menge an Pilzen, die in etwa für ein bis zwei Mahlzeiten reicht.  © 123rf.com/Jacek Nowak

Das Pilzesammeln im Wald ist für den Eigenbedarf völlig in Ordnung. Die Höchstmenge ist dabei von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sie umfasst ungefähr ein bis zwei Kilogramm.

Es sollten jedoch nicht mehr Exemplare mitgenommen werden als umgehend verbraucht werden können. Auch für die Tiere des Waldes sind Pilze eine gute Nahrungsquelle. 

Wer doch einmal zu viele Pilze gesammelt hat, darf die rohen Pilze auch einfrieren. Und wer seine Pilze trocknen möchte, sollte das zügig und bei guter Durchlüftung machen.

Viele schmackhafte Speisepilze haben leider oft giftige Doppelgänger. So darf etwa der Wiesenchampignon nicht mit dem hochgiftigen Knollenblätterpilz oder dem Karbol-Champignon verwechselt werden.

Trüffel und Grünlinge sind sehr seltene Arten und dürfen deshalb gar nicht gesammelt werden.

Steinpilze, Pfifferlinge und Rotkappen stehen unter Naturschutz und dürfen nur in Maßen gesammelt und für den Eigenverzehr aus dem Wald mitgenommen werden.

Titelfoto: 123rf.com/Jacek Nowak

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