Tipps und Tricks: So spart und rettet Ihr Lebensmittel

Lebensmittel retten, Ressourcen schonen und damit auch noch Geld sparen kann jeder. Mit Umsicht und Bedacht ist das leicht gemacht. Lest hier Tipps, wie das gehen kann – ohne dass Ihr Euch den Magen verderbt oder den Appetit verliert. Mutter Erde dankt schon mal und auch Euer Sparschwein lacht voll Vorfreude.

Lebensmittel sparen: So lagert man sie richtig

Milcherzeugnisse wie Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören in den Kühlschrank.
Milcherzeugnisse wie Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören in den Kühlschrank.  © 123RF/grafvision

Das richtige Lagern von Lebensmitteln ist eine kleine Wissenschaft. Wer sich ihr widmet, spart viel Geld, Nerven und natürlich Ressourcen. Falsch gelagert, verlieren Nahrungsmittel schneller an Geschmack oder verderben.

Brot und Backwaren schützen ein Brotkasten oder Tontopf mit Deckel vorm Austrocknen. In Kunststofftüten werden frische Brote rasch weich. Knusprige Backwaren zum baldigen Verzehr lieben luftige Beutel aus Leinen/Baumwolle.

Milcherzeugnisse wie Käse, Butter, Joghurt und Milch gehören in den Kühlschrank. Faustregel: Gut verschlossen und am besten originalverpackt, fühlen sich Milchprodukte im mittleren Bereich des Kühlschranks am wohlsten.

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Getrocknete Nudeln bleiben bis zu einem Jahr frisch, wenn sie gut verschlossen, trocken und bei Raumtemperatur gelagert werden. Luftdichte Vorratsbehälter schützen vor Schädlingsbefall (gilt auch für Mehl, Müsli oder Tee).

Frische Teigwaren (Nudeln, Spätzle, Gnocchi) sind sehr keimanfällig und gehören in den Kühlschrank.

Fleisch und Wurst sind leicht verderblich, darum müssen sie sofort nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Rohes Fleisch bleibt abgedeckt im untersten Kühlschrankfach am längsten frisch.

Weitere Spartipps für Haushalt und Alltag gibt's übrigens im Sparen-Ratgeber.

Fünf goldene Regeln, um Lebensmittel zu sparen

Mit diesen fünf Tipps könnt Ihr beim Einkaufen sparen!
Mit diesen fünf Tipps könnt Ihr beim Einkaufen sparen!  © 123RF/steklo

Auch beim Einkaufen lassen sich Lebensmittel sparen:

  • Vorausplanen und Einkaufszettel schreiben: Vor dem ersten Schritt in den Supermarkt sollte der Speiseplan feststehen. Notiert auf einem Zettel alle Zutaten, die Ihr benötigt. Die Verwertung von Resten dabei nicht vergessen!

  • Portionen im Blick haben: Die Verbraucherzentralen bieten einen sogenannten Portionsplaner an. Das praktische Hilfsmittel erleichtert die Planung, wenn viele oder nur wenige Personen zum Essen am Tisch sitzen.

  • Nach Bedarf mit Bedacht einkaufen: Frisches und leicht Verderbliches (Fisch, Fleisch) am besten erst dann einholen, wenn es gebraucht und verarbeitet wird. Obst oder Gemüse hält sich ein paar Tage länger.

  • Zeit nehmen: Lust-, Frust- oder Spontankäufe hat wohl jeder schon getätigt. Selten landet dabei im Körbchen, was wirklich gebraucht wird. Lieber in Ruhe kritisch den eigenen Bedarf hinterfragen.

  • Satt shoppen: Hungrige Einkäufer neigen dazu, üppige Vorräte einzutüten. Daheim fliegt dann meist viel weg, weil die Portionen zu reichlich bemessen wurden. Ihr geht auswärts essen? Dann packt eine Dose für die Reste ein, die vielleicht vom Essen liegen bleiben. Aufgewärmt schmeckt's auch ein zweites Mal.

Lebensmittel retten: Und was, wenn das Essen schon schimmelt?

Bei Schimmel solltet Ihr vorsichtig sein!
Bei Schimmel solltet Ihr vorsichtig sein!  © 123RF/ccat82

Wenn die Zutaten für die nächste Mahlzeit plötzlich "Pelz" tragen, ist Vorsicht und Zurückhaltung angebracht. Schimmel kann sehr ungesund sein. Ein bisschen was wegschneiden oder auslöffeln taugt als Lösung des Problems selten.

Denn manche Schimmelpilzarten bilden sogenannte Mykotoxine, die schon in geringen Mengen gesundheitsschädlich sein können. Ob sich Mykotoxine gebildet haben oder nicht, lässt sich allerdings nur im Labor feststellen. Deshalb ist es bei den meisten Lebensmitteln besser, sie zu entsorgen, wenn sie fürs Auge sichtbar von Schimmel befallen sind.

Anders liegt der Fall beim beliebten Beerenobst: Eine einzige schimmelige Beere in der Verpackung sollte niemandem die Lust am Essen der restlichen Früchte nehmen. Es genügt, die befallene Beere und die umliegenden Früchte zu entfernen.

Erst wenn mehrere Schimmelherde zu erkennen sind, sollte lieber auf Nummer sicher gegangen und die Vitaminbomben dem Kompost übergeben werden.

Mit allen Sinnen checken – und dann genießen!

Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, sind meist noch gut.
Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, sind meist noch gut.  © Inga Kjer/dpa

Supermärkte bieten Lebensmittel oft kurz vorm Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) günstiger an. Haltet Ausschau nach diesen Produkten – so könnt Ihr Gutes bewahren und Geld sparen.

In Sachen MHD tut Aufklärung noch immer Not. Denn: Das MHD ist ein Qualitätsdatum. Es gibt an, bis zu welchem Tag, Monat oder Jahr das ungeöffnete und richtig gelagerte Lebensmittel seine charakteristischen Eigenschaften hinsichtlich Konsistenz, Farbe, Geruch und Geschmack mindestens behält.

Lebensmittel, deren MHD abgelaufen ist, sind also meist noch gut.

Tipp: Ob das Lebensmittel noch genießbar ist, erfahren Ihr bei einem Check mit allen Sinnen. Aussehen, Geruch, Geschmack – alles okay? Dann sollte das Lebensmittel bedenkenlos bekömmlich sein.

Dieses Wissen ist Geld wert. Ihr könnt also preisreduzierte Lebensmittel bevorzugt kaufen, wenn Ihr sowieso eine zeitnahe Verwertung plant.

Einfach Geld sparen: Resteverwertung leicht gemacht

Auch Apps können dabei helfen, um übrig gebliebene Vorräte zu feinem Gaumenschmaus zu verarbeiten.
Auch Apps können dabei helfen, um übrig gebliebene Vorräte zu feinem Gaumenschmaus zu verarbeiten.  © 123rf/pretoperola

Es gibt verschiedene App, mit denen man kinderleicht Anleitungen findet, wie übrig gebliebene Vorräte zu feinem Gaumenschmaus verarbeitet werden können, zum Beispiel diese kostenlosen Apps:

  • "Zu gut für die Tonne!" Die App wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft entwickelt.

  • "Restegourmet" Die App schlägt Rezepte vor, die man entweder sofort kochen kann oder für die eventuell noch Zutaten benötigt werden.

  • "Chefkoch" über 350.000 Rezepte mit Bewertungen für jeden Geschmack.

So bleiben Lebensmittel länger frisch

Tiefkühlen ist wohl die einfachste Methode, um Lebensmittel zu konservieren.
Tiefkühlen ist wohl die einfachste Methode, um Lebensmittel zu konservieren.  © 123rf/bravissimos

Es lohnt sich, frische überzählige Lebensmittel zu konservieren.

Das Tiefkühlen ist die einfachste Methode. Gefrierbeutel schützen dabei vorm Austrocknen und Aromaverlust. Früchte lassen sich zu Kompott einwecken oder Marmeladen verarbeiten.

Wer einkocht, sollte Obst roh und Gemüse roh oder blanchiert verwenden.

In Essig eingelegt, sind Lebensmittel vor Mikroorganismen geschützt. Sie halten dann im Kühlschrank bis zu zwei Wochen. Durch zusätzliches Zuckern, Salzen, Einkochen oder Trocknen verlängert sich ihre Haltbarkeit.

Fermentieren ist derzeit en vogue. Dabei bauen Enzyme und Mikroorganismen im Gemüse enthaltenen Zucker und Stärke in einem mehrstufigen Prozess ab. Es entstehen Milch- und Essigsäure, die dem Gemüse den typischen Geschmack verleihen und es haltbar machen.

Titelfoto: Bildmontage: 123rf/steklo & 123rf/grafvision & 123rf/bravissimos

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