Er protestierte gegen Korruption: Boxer zum Tode verurteilt

Iran - Bangen um das Leben eines iranischen Sportlers: Boxer Mohammad Javad (26) wurde in seinem Heimatland zum Tode verurteilt, weil er bei Protesten staatliche Gebäude zerstört haben soll.

Mohammad Javad (26) wurde nach der Teilnahme an Protesten im Iran zum Tode verurteilt.
Mohammad Javad (26) wurde nach der Teilnahme an Protesten im Iran zum Tode verurteilt.  © Screenshot/Twitter/AlinejadMasih

Der 26-Jährige beteiligte sich im November 2019 an Massenprotesten gegen die "wirtschaftliche Korruption" der Regierung und wurde daraufhin verhaftet, wie die Jerusalem Post berichtete.

Er soll für die Zerstörung staatlicher Gebäude, darunter Strafvollzugsanstalten, verantwortlich sein und außerdem der Oppositions-Gruppierung "MEK" angehören, welche sich für einen moderneren Iran einsetzt.

Die "MEK" wurde in der Vergangenheit auch von mehreren westlichen Ländern als terroristische Organisation eingestuft, allerdings strich sowohl die Europäische Union (2009) als auch die USA (2012) die Vereinigung mittlerweile von der Terror-Liste.

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Menschenrechts-Aktivistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad (45) versuchte via Twitter auf den Fall aufmerksam zu machen und zog eine Parallele zur Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari (†27).

Ihm wurde vorgeworfen, einen Sicherheitsmitarbeiter bei einer regierungskritischen Demonstration 2018 getötet zu haben. Trotz umstrittener Beweislage verurteilte ihn ein Gericht zum Tod durch Erhängen und vollstreckte das Urteil am 12. September 2020.

Menschenrechtlerin Masih Alinejad forderte auf Twitter Unterstützung für Mohammad Javad

Das IOC verzichtete bislang auf Konsequenzen gegen den Iran

Menschenrechts-Aktivisten wollen auf den Fall von Mohammad Javad (26) aufmerksam machen und fordern Unterstützung aus der Sport-Welt.
Menschenrechts-Aktivisten wollen auf den Fall von Mohammad Javad (26) aufmerksam machen und fordern Unterstützung aus der Sport-Welt.  © Screenshot/Twitter/AlinejadMasih

Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" verkündete damals: "Der Fall des iranischen Ringers ist Teil eines Musters, in dem iranische Behörden Foltervorwürfe missachten und in Gerichtsverfahren erzwungene Geständnisse verwenden."

Alinejad erhoffte sich auf Twitter, dass Sportler weltweit Javad unterstützen: "Wir konnten den iranischen Ringer Navid Afkari nicht retten. Mögen uns die Athleten der Welt dieses Mal helfen. Wir Iraner rufen sie auf, seine Stimme zu sein."

Kritiker sehen auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) in der Verantwortung, dieses verzichtete aber bislang auf Konsequenzen gegenüber dem Iran.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/Twitter/AlinejadMasih

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