Lange Party-Pause für Darts-Szene: Profis bald in der leeren Turnhalle?

Frankfurt am Main - Volle Hallen, volle Kassen und üppige Preisgelder gehören im Darts-Sport erst einmal der Vergangenheit an. Die Coronavirus-Pandemie hat auch den seit Jahren groß als Party inszenierten Event-Sport vorübergehend zum Erliegen gebracht und bereitet den Profis massive Sorgen. 

Volle Hallen und viel Party gehören beim Darts-Sport erst einmal der Vergangenheit an (Archivbild).
Volle Hallen und viel Party gehören beim Darts-Sport erst einmal der Vergangenheit an (Archivbild).  © dpa/Bodo Marks

"Bei uns sind alle Einnahmequellen gestrichen. Wir leben in erster Linie vom Preisgeld, zweitrangig sind die Galas und Shows, auch Messen - alles ist derzeit abgesagt oder verschoben", sagte Deutschlands bester Darts-Profi Max Hopp der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Kurzarbeit oder Gehaltsverzicht? Diese Optionen stehen für Hopp und Co. derzeit erst gar nicht zur Debatte, weil neben Preisgeldern auch sämtliche weitere Auftritte nicht zustande kommen können.

"Jeder haushaltet unterschiedlich und jeder lebt unterschiedlich. Man muss sehen, wie lange das geht. Ich glaube, dass es uns wirklich hart treffen wird", sagte Hopp.

Der Weltverband PDC, der derzeit in Serie Events absagt und verschiebt, hat immerhin einen Vorschuss angeboten, um die Spieler zu unterstützen.

Da sowohl Reisen quer durch Europa als auch Veranstaltungen in Hallen derzeit nicht möglich sind, hat die PDC für Ersatz gesorgt.

Seit Freitagabend treten Schottlands Weltmeister Peter Wright und Co. im Homeoffice gegeneinander an, gespielt wird ein Turnier mit 32 Vierergruppen, das über einen Monat dauern soll.

Zwei Scheiben, zwei Kameras, ein Caller, ein Livestream und eine Übertragung: Auch so kann Darts in Corona-Zeiten funktionieren, aber so wird es maximal für Ablenkung sorgen und keinen regulären Wettkampf fortführen.

Max Hopp hält "Geisterspiele" auch im Darts für möglich

Max Hopp glaubt, dass "Geisterspiele" auch im Darts-Spoort ein Thema sein werden (Archivbild).
Max Hopp glaubt, dass "Geisterspiele" auch im Darts-Spoort ein Thema sein werden (Archivbild).  © dpa/Daniel Bockwoldt

Hopp, der selbst erst das Pfeiffersche Drüsenfieber überstanden hat, sieht eine Vielzahl an Problemen für seinen Sport, mit dem es in den vergangenen Jahren stets bergauf ging.

"Für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs sind Flüge die erste Hürde, die nächste Hürde: du hast Spieler aus verschiedenen Ländern. Die Abstandsregelung im Publikum muss sich ändern. Der Referee ist nah an der Scheibe", sagte Hopp.

Es gebe "extrem viele Punkte", die bei einem Neustart berücksichtigt werden müssen. "Wir sind ähnlich hart getroffen wie andere Sportler, wenn nicht noch härter", sagte der Hesse.

Von vielen Turnieren, die momentan noch eifrig verschoben werden, wird sich die PDC im engmaschigen Terminkalender verabschieden müssen, wenn die Pandemie überhaupt so schnell wieder Spielbetrieb zulässt.

Hopp glaubt, dass dann auch "Geisterspiele" ein Thema werden. "Wenn es nicht anders geht, werden wir es so machen müssen. Spiele ohne Zuschauer wären die ersten Schritte, man bräuchte dann auch nicht die ganz großen Hallen. Da würde es auch eine gute Sporthalle tun", sagte der "Maximiser", wie Hopp genannt wird.

Darts-Verantwortliche versuchen das Thema so klein wie möglich zu halten

Die Verantwortlichen hatten lange versucht, das Thema Coronavirus so klein wie möglich zu halten. PDC-Boss und Geschäftsmann Barry Hearn teilte Mitte März noch zustimmend einen Tweet, in dem von einem "überhypten Virus" die Rede war.

Viel später als viele andere Sportarten wurden die Wettbewerbe gestoppt - auch, weil Großbritannien verhältnismäßig spät auf die Krise reagierte.

Nun, da die monatelange Misere bevorsteht, hoffen die Macher darauf, den langfristigen Schaden minimieren zu können.

Werner von Moltke, Geschäftsführer der PDC Europe, sagte ntv.de: "Vielleicht sagt man, im nächsten Jahr macht man alles ein bisschen kleiner, um zu schauen, ob alles wieder funktioniert. Aber spätestens in 2022 wird die Reise weitergehen. Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung."

Titelfoto: dpa/Bodo Marks

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