Sprinter vor Rennen brutal verprügelt, läuft mit Augenklappe zum Sieg!

Caen (Frankreich) - Nicht aufzuhalten! Beim Warmmachen vor dem 400-Meter-Hürden-Rennen der französischen Leichtathletik-Meisterschaften in Caen wurde Sprinter Wilfried Happio (23) von einem Mann angegriffen, im Gesicht verletzt und lief anschließend dennoch zum Sieg.

Wilfried Happio (23) zog sich vor dem Rennen sein Stirnband über das Pflaster auf dem linken Auge.
Wilfried Happio (23) zog sich vor dem Rennen sein Stirnband über das Pflaster auf dem linken Auge.  © SAMEER AL-DOUMY / AFP

Während des Aufwärmens rund 20 Minuten vor dem Start stürmte plötzlich ein Mann auf den 23-jährigen Sportler zu, stürzte sich auf ihn und schlug auf ihn ein, wie die L'Equipe berichtet.

Zwar konnte der Angreifer von Trainer Olivier Vallaeys, der anschließend sofort die Polizei rief, überwältigt werden, doch Happio blutete nach der Attacke nicht nur aus der Nase, sondern hatte auch eine Verletzung am linken Auge davongetragen.

"Der Typ wurde festgenommen. Wilfried geht's gut. Aber ich habe keine Worte, das war pure Aggression. Das ist ein Skandal. Das sind Methoden von Wilden", erklärte der fassungslose Coach.

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Der sichtlich lädierte Athlet ließ sich von dem Vorfall allerdings nicht beirren, zog sich das Stirnband über sein gepflastertes Auge und ging an den Start.

Trotz eingeschränkter Sicht und der Blessuren des unverhofften Kampfes gab Happio die sportliche Antwort auf der Bahn und sprintete sensationell zur französischen Meisterschaft.

Video des 400-Meter-Hürden-Rennens auf Instagram

Wilfried Happio lief mit Stirnband-Augenklappe zur persönlichen Bestleistung

Sprinter Wilfried Happio (23) hat sich seine WM-Teilnahme redlich verdient.
Sprinter Wilfried Happio (23) hat sich seine WM-Teilnahme redlich verdient.  © SAMEER AL-DOUMY / AFP

Doch damit nicht genug: Der Olympia-Halbfinalist von Tokio beendete das Rennen in 48,57 Sekunden und stellte damit eine persönliche Bestleistung auf.

Es war sogar die fünftbeste Zeit, die ein Franzose je über diese Distanz lief, womit sich Happio auch für die Weltmeisterschaft vom 15. bis 24. Juli in der US-amerikanischen Stadt Eugene qualifizierte.

Mit Tränen in den Augen erklärte er anschließend: "Ich habe keine Lust, auf den Zwischenfall einzugehen. Der wird nun untersucht. Aber das Rennen war mit nur einem Auge viel komplizierter. Aber das Gefühl war gut."

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Nach Informationen der L'Equipe soll es sich bei dem Angreifer um den Bruder eines bekannten Leichtathleten handeln. Der französische Verband teilte lediglich mit, dass die Person identifiziert sei, nannte aber keine Details.

Titelfoto: SAMEER AL-DOUMY / AFP

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