Corona in Bayern: Zehntausende warten auf Test-Ergebnis, BRK verteidigt sich

München - Alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern und München in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker zusammengefasst.

Markus Söder, Vorsitzender der CSU und Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder, Vorsitzender der CSU und Ministerpräsident von Bayern.  © Fabian Sommer/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 52.203* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 12. August, 9 Uhr). Davon gelten inzwischen 48.090 als genesen. 2.625 Menschen sind am Virus gestorben. 

In der Landeshauptstadt München wurden 41 neue Fälle gemeldet (Stand 11. August, 23.59 Uhr).

Die Gesamtzahl der positiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 7494*. In dieser Zahl enthalten sind 6950 Personen, die bereits genesen sind, sowie 223 Todesfälle.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermitteln.

Update 13. August, 9.45 Uhr: Sängerpaar Seiffert und Schnitzer fürchtet um die Zukunft

Angesichts der Corona-Epidemie fürchten die prominenten Opernsänger-Eheleute Peter Seiffert und Petra Maria Schnitzer um ihre eigene Zukunft ebenso wie die Aussichten des klassischen Konzertbetriebs. 

"Es ist eine einzige Katastrophe", sagte Schnitzer dem "Nordbayerischen Kurier" (Donnerstag). Freischaffende Künstler haben nach Angaben der beiden Sänger nach wie vor quasi keinerlei Aussichten auf Engagements. "Dass Künstler nicht systemrelevant sind, beschäftigt uns sehr", sagte Schnitzer. "Und wir haben auch nicht die Aussicht, dass das im nächsten Jahr aufhört und wir wieder normal arbeiten."

An diesem Freitag wollen die Eheleute in Bayreuth ein Konzert mit Klavierbegleitung geben. Sowohl Seiffert als auch Schnitzer waren in der Vergangenheit in prominenten Rollen bei den Bayreuther Richard Wagner-Festspielen aufgetreten, die dieses Jahr wegen der Pandemie ausfielen. 

"Meine internationalen Engagements für ein ganzes Jahr wurden gestrichen", sagte Seiffert. "Es gibt überhaupt keinen Ersatz oder Ausgleich." Er frage sich ernsthaft, welchen Wert der Sängerberuf noch habe. "Was macht das überhaupt noch für einen Sinn? Wo soll das hinführen?"

Schnitzer kritisierte, dass die Bayreuther Festspiele gänzlich gestrichen wurden, und nicht wenigstens wie die Salzburger Festspiele in eingeschränkter Form stattfinden konnten. "Ich bin entsetzt, dass man es in Bayern nicht zustande gebracht hat, die Kultur höher zu halten, so dass man wenigsten eine abgespeckte Version hätte in Bayreuth machen können."

Update 13. August, 9.05 Uhr: Oppositionsparteien im Bund kritisieren Markus Söder wegen Testpanne

Die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern stößt auf heftige Kritik - auch bei Oppositionsparteien im Bund. 

Der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion, Alexander Graf Lambsdorff, schrieb in der Nacht zu Donnerstag auf Twitter: "900 positiv Corona-Getestete nicht zu informieren, ist Körperverletzung gegenüber denen, die diese anstecken." 

Und er griff namentlich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an, weil am Vorabend nur Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) vor den Medien Stellung genommen hatte. "Wo ist Söder? Sonst immer vorneweg, schickt er jetzt seine Gesundheitsministerin vor. Peinlich", schrieb Lambsdorff.

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, twitterte: "Das ist das Ergebnis einer Politik der CSU, die auf Show statt Substanz setzt."

Update 13. August, 8.52 Uhr: Grünen-Landeschef Eike Hallitzky übt Kritik an Markus Söder

Grünen-Landeschef Eike Hallitzky hat den CSU-Vorsitzenden Markus Söder für die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in die Pflicht genommen und ihm weitere Versäumnisse vorgeworfen. 

"Ob Corona - von Starkbierfesten über das 'Vergessen' von 900 Infizierten bis zur tatsächlich hohen Zahl der in Bayern Betroffenen - bis zum Halten von Scheuer im Amt in seiner Rolle als CSU-Chef: Vom Klappern versteht Söder weit mehr als vom Handwerk verantwortungsvoller Politik", twitterte der Grünen-Politiker am Donnerstag. 

Am Mittwoch hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen hätten, darunter 900 nachweislich Infizierte.

Update 13. August, 8.50 Uhr: Testpanne in Bayern muss laut Jens Spahn schnell behoben werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich relativ zurückhaltend über die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern geäußert.

"Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich. Das ist ohne Zweifel so. Gleichzeitig ist es so, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren", sagte der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. "Entscheidend ist, dass sie transparent gemacht werden und sie dann schnell behoben werden. Und das macht die bayerische Staatsregierung."

Der Bundesgesundheitsminister fügte hinzu: "Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass wir umfassend testen, dass auch die Bayern es möglich machen, zum Beispiel bei der Einreise mit dem Auto an den Raststätten zu testen. Aber dann müssen natürlich auch die Ergebnisse übermittelt werden."

Spahn wies ferner darauf hin, dass das sinkende Durchschnittsalter der Infizierten kein Grund zur Entspannung ist. 

"Wir hatten letzte Woche mit im Schnitt, also Durchschnitt mit 34 Jahren das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn. Das heißt eben, dass vor allem unter Jüngeren im Moment viele Infektionen stattfinden." Er warnte aber: "Das heißt trotzdem, sehr, sehr wachsam miteinander zu sein, weil es eben doch dann zu oft auch schwerste Verläufe geben kann und eben auch Todesfälle - wenn wir nicht aufpassen, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit."

Update 13. August, 8 Uhr: Bayerisches Rotes Kreuz verteidigt sich nach Panne bei Corona-Tests

Nach der Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen kritisiert das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Behörden. Die bayerischen Hilfsorganisationen seien vom Freistaat beauftragt worden, innerhalb eines Tages fünf Teststationen zu errichten. Dabei hätten sie sich an den Vorgaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Gesundheitsämter orientiert. 

"Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden", hieß es in einer Mitteilung.

Am Mittwochnachmittag hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen hätten, darunter 900 nachweislich Infizierte. 

Letztere sollten bis Donnerstagmittag Informationen über ihren Befund bekommen. Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, erklärte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

Das BRK wies "Andeutungen zurück, die darauf schließen lassen, dass die Hilfsorganisationen eine (Teil-)Schuld an dieser Problematik haben". Es sei bedauerlich, dass der "schweißtreibende Einsatz der Ehrenamtlichen" in ein negatives Licht gerückt werde, sagte ein Sprecher. Die Panne bringt die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Bedrängnis. Die Opposition verlangte Konsequenzen.

Update 12. August, 19.30 Uhr: Söder sagt wegen Panne mit Corona-Tests Besuch an der Nordsee ab

Nach Bekanntwerden einer schweren Panne bei den Corona-Tests an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen für Donnerstag und Freitag geplanten Besuch an der Nordsee abgesagt. 

"Bayern geht vor", schrieb Söder am Mittwochabend auf Twitter.

Update 12. August, 19.20 Uhr: Opposition kritisiert Panne bei Corona-Tests für Reiserückkehrer

Die Opposition hat die Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern scharf kritisiert und Konsequenzen verlangt. 

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann nannte die Panne "eklatantes Regierungsversagen". "Das ist eine Schocknachricht für Deutschland und kratzt am Nimbus des selbstgefälligen Krisenmanagers Söder", erklärte er am Mittwochabend. 

Regierungschef Markus Söder (CSU) müsse umgehend dafür sorgen, dass das Handeln seiner Ministerinnen und Minister mit seinen wortgewaltigen Ankündigungen Schritt hält. 

"Sonst muss man an dieser Stelle festhalten: Söder kann Krise nicht."

Update 12. August, 17.40 Uhr: Zehntausende warten nach Corona-Test in Bayern auf Ergebnis

Zehntausende Reiserückkehrer warten nach Corona-Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. 

Etwa 44.000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihr Ergebnis bekommen. 

Der Zeitverzug ärgere sie "massiv", sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine "Übermittlungsproblematik", "da gibt es nichts schönzureden". An den Stationen seien Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen.

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Update 12. August, 14.50 Uhr: Aktuelle Fallzahlen für München und Bayern

In Bayern sind mittlerweile 52.203 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. 

Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen auf seiner Homepage mit (Stand: 9.00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2625 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 48.090 Menschen.

Update 12. August, 13.55 Uhr: Sozialverband fordert Corona-Abgabe für Reiche

In der Corona-Krise sollen Reiche nach dem Willen des Sozialverbandes VdK zu einer Einmalzahlung verpflichtet werden. 

VdK-Präsidentin Verena Bentele forderte am Mittwoch in München eine "einmalige Vermögensabgabe" von reichen Privatpersonen und wohlhabenden Unternehmen. "Der Staat hat hohe Schulden aufgenommen. Nun müssen die Kosten der Krise gerecht verteilt werden."

Nur Menschen und Betriebe mit großem Vermögen sollen ihrem Vorschlag zufolge herangezogen werden - und es soll ein Freibetrag von einer Million Euro gelten. "Nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung wäre von der Vermögensabgabe betroffen. Doch der Effekt wäre enorm, wir sprechen von zusätzlichen Steuereinnahmen im Milliardenbereich", sagte Bentele. 

Die Corona-Schulden dürften auf keinen Fall zu Kürzungen im Sozialbereich führen. "Das würde die soziale Ungleichheit weiter vorantreiben und den sozialen Frieden gefährden."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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