Corona in Bayern: Melanie Huml nach Test-Panne im Kreuzfeuer

München - Alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern und München in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker zusammengefasst.

Markus Söder, Vorsitzender der CSU und Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder, Vorsitzender der CSU und Ministerpräsident von Bayern.  © Fabian Sommer/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 52.432* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 13. August, 9 Uhr). Davon gelten inzwischen 48.200 als genesen. 2.625 Menschen sind am Virus gestorben. 

In der Landeshauptstadt München wurden 45 neue Fälle gemeldet (Stand 12. August, 23.59 Uhr).

Die Gesamtzahl der positiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 7539*. In dieser Zahl enthalten sind 6965 Personen, die bereits genesen sind, sowie 223 Todesfälle.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermitteln.

Update 14. August, 13.20 Uhr: Abwärtstrend der Industrie verlangsamt

Der coronabedingte Abwärtstrend der bayerischen Industrieproduktion hat sich im Laufe des Frühsommers abgeschwächt. Nach den nunmehr vorliegenden offiziellen Daten sank die bayerische Industrieproduktion im Juni verglichen mit dem Vorjahr um 2,3 Prozent. 

Verglichen mit dem Einbruch im April und im Mai von jeweils über 30 Prozent sei das "deutlich erholt", wie das Statistische Landesamt in Fürth am Freitag formulierte. Die Zahlen spiegeln unter anderem den Effekt des weitgehenden Shutdowns im Frühjahr wider, als die meisten Fabriken still standen. Gegen Ende Mai lief die Produktion vielerorts wieder an.

In der Gesamtbetrachtung des ersten Halbjahrs zeigt sich, wie hart Corona die bayerische Industrie traf - und dass die Metall- und Elektroindustrie inklusive Autoherstellern als wichtigste Branche am schwersten in Mitleidenschaft gezogen wurde. 

In Summe schrumpfte die Industrieproduktion im ersten Halbjahr demnach um 14 Prozent. In der Autoindustrie und bei deren Zulieferern fiel das Minus mit 29,3 Prozent jedoch noch viel größer aus, ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung mit minus 20,8 Prozent.

Für die Pharmaindustrie bedeutet Corona hingegen bessere Geschäfte, die Produktion der Medikamentenhersteller legte um fast 11 Prozent zu. Aus nicht unmittelbar ersichtlichen Gründen waren auch "Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren" im ersten Halbjahr gefragt, die Produktion stieg um 2,8 Prozent. Allerdings sind weder Medikamente noch Holz und Kork für die bayerische Wirtschaft von vergleichbarer Bedeutung wie Metall und Elektro.

Update 14. August, 13.15 Uhr: Bund begrüßt Aufarbeitung der Corona-Testpanne in Bayern

Die Bundesregierung hat die Aufarbeitung der Probleme bei Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern in Bayern begrüßt.

Es sei eine schwere Panne passiert, die sehr ernsthaft und bedauerlich sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Daher sei es wichtig, die Information betroffener Bürger schnellstmöglich nachzuholen und Fehler zu analysieren, um solche Pannen künftig zu vermeiden. Es bleibe richtig, dass Reiserückkehrer auch aus dem ganzen Bundesgebiet nahe der Grenze getestet werden und Bayern dafür Testmöglichkeiten geschaffen habe.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte die Panne eingeräumt und den Fehler bedauert. Demnach haben rund 44.000 Reiserückkehrer noch kein Ergebnis von Corona-Tests bekommen, die zum Großteil bei den Ende Juli eingerichteten Stationen an grenznahen Raststätten gemacht worden waren. Hintergrund für die Verzögerungen ist demnach vor allem, dass der Abgleich von Laboruntersuchung und Formularen per Hand abläuft. Zudem war die Nachfrage größer als erwartet. 

Unter den noch nicht übermittelten Ergebnissen waren Hunderte positive Befunde.

Update 14. August, 12.30 Uhr: BayernLB will insgesamt 800 Stellen abbauen

Die unter Corona-Pandemie, Niedrigzinsen und den Kosten der Bankenregulierung leidende BayernLB will insgesamt 800 Stellen abbauen. Zusätzlich zu den bereits 2019 angekündigten 400 Stellenstreichungen sollen weitere Kürzungen in vergleichbarer Größenordnung kommen, wie die Bank am Freitag mitteilte. 

Betriebsbedingte Kündigungen wird es demnach aber nicht geben, der Abbau soll sozialverträglich über die Bühne gehen. "Wir werden das im Lauf des zweiten Halbjahrs in Absprache mit den Personalvertretern finalisieren", sagte Finanzvorstand Markus Wiegelmann. Damit wird ein beträchtlicher Anteil der 3000 Stellen in der BayernLB-Kernbank wegfallen. 

Grund ist der 2019 beschlossene Umbau der Landesbank, unter anderem werden die Aktivitäten am Kapitalmarkt reduziert. Die Landesbank ist zu drei Vierteln in bayerischem Staatsbesitz, ein Viertel gehört den bayerischen Sparkassen.

Im ersten Halbjahr schrumpfte das Vorsteuerergebnis des Konzerns im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte auf 158 Millionen Euro. Allerdings konnte die Landesbank ungeachtet der Dauerniedrigzinsen ihren Zinsüberschuss leicht und den Provisionsüberschuss sogar ziemlich kräftig steigern. Beides zusammen belief sich auf eine gute Milliarde Euro. "Operativ sind wir gut und stabil unterwegs", sagte Wiegelmann.

Update 14. August, 10.45 Uhr: Bayerns Hausärzte warnen vor Grippewelle in Corona-Zeiten

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, fürchtet das Zusammenkommen von Corona-Pandemie und Grippewelle. "Wir müssen alles tun, damit wir zu Covid-19 nicht auch noch eine große Grippewelle bekommen", sagte Beier der Augsburger Allgemeinen.

Laut einer neuen Studie will sich in Pandemie-Zeiten jeder zweite Deutsche gegen Grippe impfen lassen. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen ergab, planen 51,5 Prozent der Deutschen, sich in diesem Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen. 41,3 Prozent der Befragten lehnen eine Influenza-Impfung hingegen ab.

Mit höherem Alter steigt der Umfrage zufolge die Bereitschaft für die Grippeimpfung. Während in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen nur rund jeder Dritte angab, sich in diesem Jahr impfen lassen zu wollen, war Anteil in der Gruppe der über 65-Jährigen rund doppelt so hoch.

Bei Wählern von Union, Grünen und SPD überwiegt der Studie zufolge die Zahl der Impfbefürworter, bei den Anhängern von FDP und Linken halten sich Befürworter und Ablehner die Waage. Nur Anhänger der rechtspopulistischen AfD sagen mit deutlicher Mehrheit, dass die Grippeschutzimpfung für sie nicht infrage kommt.

Update 14. August, 10.25 Uhr: Mit leichtem Schnupfen und ohne Fieber in die Kita

Kinder mit leichtem Schnupfen und ohne Fieber dürfen ab dem 1. September wieder eine Kindertagesstätte besuchen. Grundlage hierfür ist ein Drei-Stufen-Plan, der sich an dem in Bayern geltenden Corona-Warnsystem orientiert, wie Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Freitag mitteilte. 

Demnach gibt es je nach Infektionszahlen in einem Landkreis oder in einer Stadt unterschiedliche Maßnahmen. Betretungsverbote sollen künftig möglichst vermieden werden oder nur lokal gelten. "Eine lokale Schließung von Einrichtungen kommt nur als letzte Möglichkeit in Betracht. Wir wissen, wie wichtig die Betreuung für erwerbstätige Eltern ist."

Wenn sich innerhalb einer Woche mehr als 50 Menschen je 100.000 Einwohner neu anstecken, dürfen Kinder mit milden Erkältungssymptomen etwa nur bei Vorlage eines negativen Corona-Tests in die Kita gebracht werden.

Update 14. August, 8.50 Uhr: Melanie Huml laut Politologin für Panne um Corona-Tests verantwortlich

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hätte angesichts der Panne um Corona-Tests an der Grenze zu Bayern nach Ansicht der Politologin Ursula Münch ihren Posten abgeben müssen. 

"Meines Erachtens hätte Söder sehr viel Anlass gehabt, dass Rücktrittsangebot der Ministerin entgegenzunehmen, weil da im Ressort wirklich vieles schief gelaufen ist und dafür ist eine Ressortchefin verantwortlich", sagte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung im oberbayerischen Tutzing dem Bayerischen Rundfunk.

Die Politologin sieht mehrere Gründe, weswegen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dennoch an Huml festhält. 

So nehme die Ministerin innerhalb der CSU eine wichtige Rolle als stellvertretende Parteivorsitzende ein. Zudem wäre es problematisch, mitten in der Corona-Krise das Ministeramt neu besetzen zu müssen. Söder hoffe nun, dass der mahnende Blick genüge. "Aber da kann man durchaus Zweifel haben."

Münch sieht durch den Vorfall überdies Söders Image beschädigt. 

Durch die Test-Panne sei die öffentliche Verunsicherung sicherlich jetzt noch größer, sagte sie dem BR. "Also wenn gar nichts gemacht worden wäre, dann wäre das genauso misslich von der gesundheitlichen Wirkung, aber jetzt kommt die Verunsicherung dazu und natürlich dieses Lautsprecherische."

Melanie Huml (CSU) hätte angesichts der Panne um Corona-Tests nach Ansicht von Ursula Münch ihren Posten abgeben müssen.
Melanie Huml (CSU) hätte angesichts der Panne um Corona-Tests nach Ansicht von Ursula Münch ihren Posten abgeben müssen.  © Peter Kneffel/dpa

Update 13. August, 21.30 Uhr: Fast 1400 positive Ergebnisse Corona-Teststationen in Bayern

Von 107.376 Corona-Tests an bayerischen Teststationen für Reiserückkehrer sind laut Bayerischem Rundfunk (BR) 1389 positiv. 

Das habe das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt, berichtete der BR am Donnerstagabend. Datenstand sei der gestrige Mittwoch. Demnach haben sich an Autobahnraststätten an der A3, der A8 und der A93 insgesamt 72.104 Menschen auf Corona testen lassen. 

1188 Ergebnisse seien positiv gewesen, rund 1,6 Prozent. An den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg seien 44 Menschen positiv getestet worden; von mehr als 6250 seien dort Abstriche genommen worden.

Update 13. August, 19.20 Uhr: Claudia Roth von Test-Panne betroffen

Von der Übermittlungs-Panne bei den Corona-Tests in Bayern ist nach eigenen Angaben auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth betroffen. 

Sie warte noch heute auf die Ergebnisse ihres Tests vom 2. August, sagte die Grünen-Politikerin der Augsburger Allgemeinen (Freitag). Am Münchner Flughafen sei sie auf das Coronavirus getestet worden. Nachfragen seien ins Leere gelaufen, die Corona-Hotline sei nie erreichbar gewesen. 

>>> Hier findet Du mehr zu Roths Corona-Test

Update 13. August, 17.25 Uhr: Ministerium korrigiert Zahl der Infizierten

Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen hat das bayerische Gesundheitsministerium die Zahl der positiv Getesteten nach oben korrigiert. 

Von mehr als 1000 positiven Tests seien 908 Getestete identifiziert worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag in München. 

Sie würden gerade angerufen. Es müsse aber noch abgeglichen werden, ob unter den ausstehenden Tests auch Dubletten seien.

Update 13. August, 17.20 Uhr: Bayerischer Elternverband fordert Präsenzunterricht nach Alter und Bedarf zu geben

Der Bayerische Elternverband (BEV) fordert, den Präsenzunterricht in der Corona-Krise dem Alter und Bedarf der Schüler anzupassen. 

Jüngere Schüler sollen eher vor Ort unterrichtet werden als Ältere, heißt es in einem offenen Brief an Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag. Auch Kinder, die mit dem Distanzunterricht nicht erreicht werden konnten, sollen bevorzugt wieder in die Schule dürfen.

"Viele Eltern machen sich große Sorgen, dass der Lehrplan quasi selbstständig an den Schülerinnen und Schülern "vorbeizieht" und lebenslänglich Wissenslücken hinterlässt", kritisierte der BEV. Auch im neuen Schuljahr rechne man mit Schließungen von Schulen und Kitas wegen der Corona-Krise.

Für die Fernbeschulung brauche es deshalb ein klares Konzept: eine Liste mit unbedenklichen Kommunikationsmitteln, einen festen Stundenplan, einen täglichen Kontakt mit den Lehrern, eine Anwesenheitskontrolle sowie einen Livestream, über den die Schüler den Unterricht im Klassenzimmer mitverfolgen können. Außerdem sollen alle Stunden der Lehrer voll ausgeschöpft werden.

Auch die Lehrkräfte sollen aus Sicht des BEV besser unterstützt werden: Kollegen müssten sich gegenseitig technisch unterstützen und fortbilden. Außerdem sei ein bayernweites Konzept für den Unterricht mit digitalen Medien notwendig.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema Dresden Monarchs:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0