Dresden Monarchs: Morgen Meldeschluss für GFL-Saison, doch die Lage eskaliert

Dresden - Alles schien klar. Anfang September sollte die German Football League in die (Corona-)Saison starten. Den insgesamt 16 Teams der Nord- und Südstaffel war die Teilnahme freigestellt worden, ohne Sanktionen - wie Lizenzrückgabe, Rückstufung in die 2. Liga oder Geldstrafen. Doch einen Tag vorm morgigen Ablauf der Entscheidungsfrist ist nichts mehr klar.

Endlich wieder Action vor Fans? Anfang September soll die German Football League starten, aber das ist aktuell nicht mehr sicher.
Endlich wieder Action vor Fans? Anfang September soll die German Football League starten, aber das ist aktuell nicht mehr sicher.  © Lutz Hentschel

Denn der Verband hat den Clubs nun "Ergänzung zum Lizenzstatut" zugeschickt. Die sorgt wegen mehrerer Punkte für Unmut.

1. In der Saison 2021 dürfen nur die Vereine starten, die eine Haftungsfreistellungs- und Rechtsmittelverzichtserklärung unterschreiben. Haben alle getan.

2. Wer 2020 wegen Covid-19 nicht mitspielt, muss seine Lizenz doch zurückgeben.

3. Die bekommt ein Verein 2021 nur zurück, wer er den "negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie durch eigenes Handeln" entgegengetreten ist und dies stichhaltig belegen kann. Ein einfacher Verzicht, weil die Hygienemaßnahmen wirtschaftlich nicht zu stemmen waren, reicht nicht. In dem Fall gibt's die Lizenz nur nach einer Strafzahlung (Höhe offen) zurück.

4. Vom Tisch ist, dass vorm Liga-Start am jeweiligen Standort sechs Wochen Training unter Vollkontakt erlaubt ist und 5000 Fans ins Stadion dürfen.

Alexander Korosek.
Alexander Korosek.  © american-football.com

Will Verband die Saison unbedingt durchziehen?

Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler.
Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler.  © Lutz Hentschel

Der Verband will scheinbar unbedingt die Saison durchziehen - in der Hoffnung, dass es so Geld vom Staat gibt. 

Präsident Robert Huber: "Es wäre fahrlässig, im Angesicht eines Förderprogramms, aus dem die GFL eventuell über eine Million Euro zu erwarten hat, den Stecker zu ziehen." 

Die Rede ist vom 200-Mio.-E-Paket des Bundes, aus dem bis zu 80 Prozent (max. 800000 Euro pro Klub) der zwischen April und Dezember ausgefallenen Zuschauereinnahme erstattet werden.

Gegen die Neureglung vorm Liga-Start laufen vor allem die Universe Frankfurt Sturm. 

Geschäftsführer Alexander Korosek spricht von einer "180-Grad-Wendung der Liga", von einem "zerschnittenen Tischtuch".

Wie viele Vereine antreten, entscheidet sich am Freitag. Jörg Dreßler, Geschäftsführer der Dresden Monarchs: "Ich rechne, dass acht oder gar neun Teams nicht spielen."

 Seine Königlichen wollen: "Auch wenn die Kommunikation seitens des Verbands sehr unglücklich war und mit zu vielen Wenns und Abers behaftet ist, sind wir eher dafür." 

Der Monarchs-Vorteil: In Sachsen sind längst Vollkontakt-Training und Zuschauer im Stadion erlaubt. Woanders nicht. Dreßler: "Hier fällt uns der Föderalismus auf die Füße. Wesentlich ist doch, dass wir alle unseren Sport betreiben wollen. Ich hoffe, dass wir einen Konsens finden." 

Titelfoto: Lutz Hentschel

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