Monarchs-Trainer schwärmt nach German-Bowl-Triumph: "Sehe uns jetzt als die Nummer eins in Europa

Dresden - "Männer weinen nicht", ist vom starken Geschlecht öfter mal zu hören. Oh doch, tun sie - und wie! Gleich mehrere Akteure der Dresden Monarchs brachen nach dem 28:19 (7:12)-Erfolg im German Bowl gegen die Schwäbisch Hall Unicorns in (Freuden-)Tränen aus. Allen voran Florian Finke.

Jannik Stanke (l.) und Vincent Kanig mit der German-Bowl-Trophäe.
Jannik Stanke (l.) und Vincent Kanig mit der German-Bowl-Trophäe.  © Lutz Hentschel

Der Kicker hatte zur Eröffnung der zweiten Halbzeit einen Onside-Kick-Versuch (absichtlich kurzer Kick, um sofort wieder in Ballbesitz zu kommen) verstolpert, die Haller nahmen das Geschenk dankend an und erzielten nur wenig später ihren dritten Touchdown.

Finke griff sich an den Kopf, konnte es kaum fassen. Coach Ulrich Däuber munterte den 26-Jährigen kurz auf - und vergessen war der Fauxpas.

"Ich habe genau das gemacht, was ich tun musste: abhaken und weiter! So sind mir danach die zwei Fieldgoals und ein Extrapunkt gelungen", meinte der königliche Kicker, der aber auch zugab: "Beim 7:19 hatte ich schon ein paar Zweifel, dass wir es noch schaffen. Aber danach haben wir sensationell gespielt - in der Defense und in der Offense."

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Nach ihrem Titelgewinn feierten die Monarchs in einer Frankfurter Pizzeria. Der größte Teil der Mannschaft blieb die Nacht über in der hessischen Metropole, der Rest fuhr im Bus zurück nach Dresden.

"Gegen sieben Uhr waren wir wieder da", berichtete Däuber.

Coach Däuber hatte Matchverlauf vor dem Spiel vorhergesagt

Riesenfreude bei Coach Ulrich Däuber (l.), seit Oktober 2017 Coach der Dresdner, und Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler.
Riesenfreude bei Coach Ulrich Däuber (l.), seit Oktober 2017 Coach der Dresdner, und Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler.  © Lutz Hentschel

Der Coach hatte vor der Partie prophezeit, "dass wir das Spiel im vierten Quarter für uns entscheiden".

Genau so kam es! Seine Jungs gewannen den vierten Abschnitt mit 11:0 und machten aus einem 17:19 das 28:19.

Resümee des Erfolgstrainers: "Ein Knackpunkt war sicher die Situation, als wir in der 30. Minute im vierten Versuch einen neuen First Down geholt haben, statt auf Fieldgoal zu gehen. Das hat gezeigt: Wir können hier noch was reißen. Den Ausschlag hat für mich aber gegeben, dass wir schon viel früher in der Offense gezeigt hatten, dass wir es können. Wir mussten nur die Fehler abstellen, die dazu geführt hatten, dass wir die Punkte nicht gemacht haben. Das ist gelungen, zudem hat die Defense dann einfach großartig gespielt. Die Situation war nach dem 7:19 nicht gut, aber alle haben an sich geglaubt, zusammengehalten und mit viel Selbstvertrauen getan, was getan werden musste."

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Däuber hatte im Vorfeld auch vom Duell der "beiden besten Mannschaften Europas" gesprochen.

Die Tränen bei Kicker Florian Finke (l.) trockneten schnell, schon wenig später schrie er zusammen mit Quarterback KJ Carta-Samuels seine Freude über den Titelgewinn heraus.
Die Tränen bei Kicker Florian Finke (l.) trockneten schnell, schon wenig später schrie er zusammen mit Quarterback KJ Carta-Samuels seine Freude über den Titelgewinn heraus.  © Lutz Hentschel
Dresdens Quarterback Kyle James Carta-Samuels bot vor allem nach der Pause eine überragende Partie mit punktgenauen und überlegten Pässen in den freien Raum. Zu Recht erhielt der Ami die Trophäe als MVP des German Bowls.
Dresdens Quarterback Kyle James Carta-Samuels bot vor allem nach der Pause eine überragende Partie mit punktgenauen und überlegten Pässen in den freien Raum. Zu Recht erhielt der Ami die Trophäe als MVP des German Bowls.  © Lutz Hentschel
Dresdens OB Dirk Hilbert (2.v.l.) übergibt den Pott an Monarchs Backup-Quarterback Eric Seidel. Der Wanderpokal wird nun (mindestens) ein Jahr in Dresden stehen. Die kleine Trophäe, die Florian Zur Nieden in der Hand hat, verbleibt für immer im Besitz der Königlichen.
Dresdens OB Dirk Hilbert (2.v.l.) übergibt den Pott an Monarchs Backup-Quarterback Eric Seidel. Der Wanderpokal wird nun (mindestens) ein Jahr in Dresden stehen. Die kleine Trophäe, die Florian Zur Nieden in der Hand hat, verbleibt für immer im Besitz der Königlichen.  © Lutz Hentschel
Darrell Stewart (r.) und Anthony Brooks gönnten sich noch auf dem Rasen eine Siegerzigarre.
Darrell Stewart (r.) und Anthony Brooks gönnten sich noch auf dem Rasen eine Siegerzigarre.  © Lutz Hentschel

Meisterfeier der Dresden Monarchs mit den Fans steigt am Dienstag

Die Siegesfeier der Dresdner fand in einer Frankfurter Pizzeria statt - natürlich wurde dort nicht nur gegessen. Der Großteil der Mannschaft blieb dann über Nacht in der Main-Metropole.
Die Siegesfeier der Dresdner fand in einer Frankfurter Pizzeria statt - natürlich wurde dort nicht nur gegessen. Der Großteil der Mannschaft blieb dann über Nacht in der Main-Metropole.  © privat

Sind seine Monarchen nun die Nummer 1 auf dem Kontinent?

"Zunächst einmal kann ich es noch gar nicht richtig glauben, was passiert ist. Deutscher Meister - einfach Wahnsinn! Wir haben den Gewinner des Euro Bowls geschlagen, also den Europapokal-Sieger. Ja, ich sehe uns jetzt schon als die Nummer 1 in Europa!"

Vielleicht werden die Dresdner das ja im kommenden Jahr ganz offiziell. Den Däuber verriet:

"Wir haben uns mit dem Meistertitel quasi für die Central European Football League qualifiziert. Die Gespräche mit dem Ausrichter über unsere Teilnahme laufen bereits."

Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Am Dienstag um 18 Uhr, treffen sich die Meister-Boys erst einmal in ihrem Trainingszentrum, um mit den Fans den Meistertitel zünftig zu feiern.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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