Eislöwen: Viele Fans, top Scouting! Bremerhaven als Vorbild für DEL-Traum

Dresden - Ab kommender Saison kann der Meister der DEL2 in die DEL aufsteigen. Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf hat dieses Ziel langfristig, um sich im Oberhaus dann aber festzubeißen, will er den "Bremerhavener Weg" beschreiten ...

Maik Walsdorf.
Maik Walsdorf.  © Lutz Hentschel

Aus Sicht von Walsdorf machen die Fischtown Pinguins seit ihrem "Aufstieg" 2016 (Übernahme der Lizenz von Hamburg) trotz ihres Mini-Etats von knapp fünf Millionen Euro eine Menge richtig. 

Dies belegen die alljährlichen Play-off-Teilnahmen. "Im Punkt Scouting sind sie sehr gut", weiß der Eislöwen-Geschäftsführer. 

"Ihnen gelingt es immer, gute Spieler, die vorher keiner auf der Uhr hatte, zu verpflichten und wissen, ob die charakterlich ins Team passen."

Ex-Eislöwen-Coach Thomas Popiesch steht seit 2016 hinter der Bande an der Nordsee und verrät: "Wir beobachten Spieler über zwei Jahre, treffen uns mit ihnen. Und sind dann auch bereit, ein Risiko einzugehen."

So verpflichteten sie Stefan Espeland aus Norwegen. Der Verteidiger schlug ein und nutzte die Pinguins als Sprungbrett. 

In der kommenden Saison wechselt er nach Berlin zu den Eisbären. Walsdorf: "Dale Mitchell hatten sie auch zwei Jahre beobachtet, er fiel durch. Für die DEL2 bei uns hat es gereicht."

Stark! Die Auslastung der Arena der Fischtown Pinguins liegt seit DEL-Mitgliedschaft bei über 95 Prozent. Allein 3000 Dauerkarten gehen jede Saison weg.
Stark! Die Auslastung der Arena der Fischtown Pinguins liegt seit DEL-Mitgliedschaft bei über 95 Prozent. Allein 3000 Dauerkarten gehen jede Saison weg.  © imago images/ Nordphoto
Bisher bestritten die Dresdner nur Testspiele gegen DEL-Clubs wie hier gegen Wolfsburg im August 2019. Eislöwe Dale Mitchell (l.) war auch lange auf dem Zettel von Thomas Popiesch.
Bisher bestritten die Dresdner nur Testspiele gegen DEL-Clubs wie hier gegen Wolfsburg im August 2019. Eislöwe Dale Mitchell (l.) war auch lange auf dem Zettel von Thomas Popiesch.  © Lutz Hentschel

Dresdner Eislöwen haben es durch die Konkurrenz in anderen Sportarten schwer

Thomas Popiesch hat mit Bremerhaven in den letzten vier Jahren eine Menge erreicht.
Thomas Popiesch hat mit Bremerhaven in den letzten vier Jahren eine Menge erreicht.  © imago images/ Thomas Hahn

Vergleiche der beiden Standorte sind für den Dresdner Geschäftsführer auch deshalb naheliegend, weil er viele Parallelen sieht: "Im Umgang mit den Sponsoren und den Fans zum Beispiel. Zudem sind die Arena vergleichbar." 

Während in die Bremerhavener 4647 Zuschauern passen, sind es in Elbflorenz derzeit 4412. 

Allerdings liegt die Auslassung im Norden seit Jahren bei über 95 Prozent, die Eislöwen haben 62 Prozent.

"Da müssen wir zulegen", weiß Walsdorf. Popiesch gesteht aber auch: "Wir haben in der Stadt keine Konkurrenz wie in Dresden." 

Dynamo lockt mit Fußball, der Dresdner SC durch Volleyball und der HC Elbforenz mit Handball.

"Das ist ein Problem für große Städte", meint Popiesch. 

Denn um einen Etat von gut fünf Millionen Euro zu stemmen, braucht es konstant hohe Zuschauer-Einnahmen oder Gönner wie in München, Mannheim, Köln oder Berlin.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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