Eine Frage der Geduld bei den Dresdner Eislöwen? Importspieler sind gefordert

Dresden - Fünf Tore, zwei Vorlagen: Kapitän Jordan Knackstedt (33) ist mehr als im Soll. Doch dies trifft nicht für jeden der Dresdner Eislöwen zu. Dementsprechend angefressen war Coach Andreas Brockmann (54) nach der 3:4-Pleite gegen den EHC Freiburg, zumal nicht einer seiner Penaltyschützen traf.

Eislöwen-Kapitän Jordan Knackstedt (33, M.) gehört zu den wenigen Spielern, die auch mal aufs Tor schießen und in der hartumkämpften Zone stehen.
Eislöwen-Kapitän Jordan Knackstedt (33, M.) gehört zu den wenigen Spielern, die auch mal aufs Tor schießen und in der hartumkämpften Zone stehen.  © Thomas Heide

"Ein Leader, der zeigt sich auf dem Eis", meinte der 54-Jährige vor der Saison. Und er scheint sehr weise. Der Einzige, der derzeit im Spiel vorangeht, ist der Kapitän. Spieler wie Arturs Kruminsch (32), Vladislav Filin (26), Johan Porsberger (28) oder David Rundqvist (28) füllen diese Rolle noch nicht aus.

Brockmann versucht sich immer an die eigene Nase zu fassen und sich in Geduld zu üben, wie er es sich vor der Saison vorgenommen hatte. Aber der Tölzer ist ehrgeizig, temperamentvoll und erfolgsverwöhnt.

"Wir hatten zweimal eine Überzahl mit fünf gegen drei. Da standen drei Importspieler auf dem Eis und wir haben keine Torchance." Dies warf beim ehemaligen Stürmer viele Fragen nach dem Freiburg-Spiel auf.

Neymar schrie vor Schmerzen! PSG-Star offenbar mit Horrorverletzung
Fußball International Neymar schrie vor Schmerzen! PSG-Star offenbar mit Horrorverletzung

Es ist bezeichnend für den Kader. Bereits vor der Saison stand die Frage im Raum, ob die Eislöwen nicht zu viele Vorlagengeber verpflichtet haben? Jetzt wird dies deutlich.

David Rundqvist (28, v.l.), Arturs Kruminsch (32) und Johan Porsberger (28) haben in der Woche viel zu besprechen. Die Ansätze sind da, aber ihre Leaderrolle muss mit Leben gefüllt werden.
David Rundqvist (28, v.l.), Arturs Kruminsch (32) und Johan Porsberger (28) haben in der Woche viel zu besprechen. Die Ansätze sind da, aber ihre Leaderrolle muss mit Leben gefüllt werden.  © Matthias Rietschel

Die Dresdner Eislöwen haben zu wenig Mut vor dem Tor

Ob Filin, Rundqvist oder Porsberger - alle schauen ständig, ob sie vorm Tor des Gegners die Scheibe noch mal abspielen können, statt selbst zu ballern. Deshalb rutscht in Überzahl die Scheibe viel zu oft hin und her.

Sportdirektor Matthias Roos (41) hatte vor der Saison gesagt: "Wir wollen uns Monat für Monat steigern und besser werden." Das ist die Herausforderung. Die Spieler müssen sie annehmen.

So kann es nicht sein, dass der Gegner im Schnitt 7,2 Schüsse braucht, um ins Dresdner Tor zu treffen, die Löwen selbst 11,5 Schüsse.

Aber bei all der Kritik, das Unterzahlspiel ist gut - dafür stehen nicht nur die drei Treffer. Darauf lässt sich aufbauen.

Titelfoto: Thomas Heide

Mehr zum Thema Dresdner Eislöwen: