Verstappen ringt bei Frankreich-GP Hamilton nieder, Vettel punktet

Le Castellet (Frankreich) - Nach einer irren Hatz von Frankreich hat Max Verstappen (23) seinen WM-Widersacher Lewis Hamilton (36) kurz vor Schloss überholt und die Führung in der Formel 1 ausgebaut.

Nach einer irren Hatz von Frankreich hat Max Verstappen (23) seinen WM-Widersacher Lewis Hamilton (36) kurz vor Schloss überholt.
Nach einer irren Hatz von Frankreich hat Max Verstappen (23) seinen WM-Widersacher Lewis Hamilton (36) kurz vor Schloss überholt.  © Francois Mori/AP/dpa

Durch einen taktischen Geniestreich seines Teams schnappte sich der Niederländer im Red Bull am Sonntag in Le Castellet mit einem Überholmanöver in der vorletzten Runde noch den Sieg. Hamilton musste sich nach Führung geschlagen geben, kam erstmals auf dieser Strecke nur als Zweiter ins Ziel.

In der Gesamtwertung hat Verstappen jetzt zwölf Punkte Vorsprung. Dritter wurde derweil der Mexikaner Sergio Perez (31) im zweiten Red Bull.

Sebastian Vettel (33) fand sich nach zuletzt Platz zwei in Baku diesmal wieder im grauen Mittelfeld-Alltag wieder, holte als Neunter im Aston Martin aber immerhin zwei weitere WM-Punkte.

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Mick Schumacher (22) sammelte im unterlegenen Haas als Vorletzter weitere Erfahrungen.

Bei den zwei Rennen nach der Rückkehr der Formel 1 auf den Circuit Paul Ricard hatte Mercedes nach Belieben dominiert. Hamilton gewann in den Jahren 2018 und 2019 jeweils von der Pole Position das Rennen ohne Probleme.

Grand Prix von Frankreich: Max Verstappen patzt kurz nach Start, Lewis Hamilton zieht vorbei

In der ersten Kurve verlor Max Verstappen (23) die Kontrolle, schlingerte neben die Piste und musste Lewis Hamilton (36) passieren lassen.
In der ersten Kurve verlor Max Verstappen (23) die Kontrolle, schlingerte neben die Piste und musste Lewis Hamilton (36) passieren lassen.  © Francois Mori/AP/dpa

Im Vorjahr war der französische Grand Prix wegen der Coronavirus-Pandemie ausgefallen. Diesmal durften pro Tag 15.000 Zuschauer dabei sein - die sahen, dass Hamilton in Training und Qualifikation letztlich nicht mit Verstappen mithalten konnte.

"Ein blaues Auge", nannte Teamchef Toto Wolff den zweiten Startplatz für Hamilton, der nur dank eines Komplett-Umbaus des Silberpfeils noch gelang.

Kurz nach dem Start aber verschenkte Verstappen seinen hart erarbeiteten Vorteil auf der Strecke, die Red Bull traditionell eigentlich eher weniger liegt.

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In der ersten Kurve verlor der 23-Jährige die Kontrolle über sein Auto, schlingerte neben die Piste und musste Hamilton passieren lassen. Entsetzt ließ die Red-Bull-Crew in der Garage die zum Klatschen erhobenen Hände wieder sinken.

Dahinter änderte sich nicht viel. Valtteri Bottas (31) setzte als Dritter zur Verfolgung an, Perez mühte sich im zweiten Red Bull als Vierter um Anschluss an das Spitzentrio. Angesichts der geringen Überholmöglichkeiten auf der bunten Strecke unweit des Mittelmeers hielt sich die Renn-Action zunächst in Grenzen.

Vettel konnte sich gleich zu Beginn immerhin um einen Platz auf Rang elf verbessern. Nach den starken Auftritten in Monaco und Baku musste der Hesse diesmal wieder im Mittelfeld um Pünktchen kämpfen. Dafür hatte der viermalige Weltmeister eine andere Taktik gewählt, startete auf den härtesten Walzen, um seinen Stopp länger hinauszögern zu können. So arbeitete er sich sogar bis auf Platz fünf hinter den Mercedes und Red Bull vor, ehe er zur Garage abbog.

Frankreich-GP: Max Verstappen feiert Sieg, Sebastian Vettel fährt in die Punkte

Sebastian Vettel (33) fand sich in Frankreich nach zuletzt Platz zwei in Baku diesmal wieder im grauen Mittelfeld-Alltag wieder.
Sebastian Vettel (33) fand sich in Frankreich nach zuletzt Platz zwei in Baku diesmal wieder im grauen Mittelfeld-Alltag wieder.  © Nicolas Tucat/AFP/dpa

Neuling Schumacher kreiste da schon länger am Ende des Feldes. Die Freude über Startplatz 15 war schon durch einen Unfall in der Quali getrübt worden. Im Rennen fiel er dann im unterlegenen Haas schon auf den ersten Kilometern zurück und wurde zwischendurch sogar von seinem russischen Teamkollegen Nikita Masepin (22) überholt.

Auch an der Spitze kam es zum Platzwechsel. Mercedes verzockte sich bei der Strategie. So konnte Verstappen durch einen früheren Wechsel und eine schnelle Runde danach Hamilton passieren, als dieser aus der Boxengasse kam.

"Wir wissen auch nicht genau, was da schiefgelaufen ist", funkte der Kommandostand an den verdutzten Hamilton. Wütend versuchte der Serien-Champion zu attackieren, dicht gefolgt vom Kollegen Bottas.

Angetrieben von einer frischen Motoreneinheit aber behauptete Verstappen sich vor dem Mercedes-Duo. Rundenlang verteidigte er sich nervenstark gegen den drängelnden Hamilton, reifenschonend war das nicht. "Das können wir so nicht bis zum Ende durchhalten, das ist mal sicher", ließ der Niederländer seine Ingenieure wissen. Prompt änderte Red Bull die Taktik, holte Verstappen erneut zum Reifenwechsel.

Nun jagte der Youngster die beiden Mercedes-Fahrer. Auf den frischen Pneus war Verstappen dabei deutlich schneller als die Konkurrenten, aber der Weg nach vorn war weit. Dann half Bottas mit einem Fehler. Verstappen griff zu, in der 45. Runde hatte er nur noch Hamilton vor sich. Und tatsächlich, die Taktik ging auf. Kurz vor Schluss konnte sich der nicht mehr wehren, Verstappen zog auf und davon und triumphierte. Die Stimmung bei Mercedes war entsprechend.

Titelfoto: Francois Mori/AP/dpa

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