Formel-1-Zoff bei Red Bull: Perez von Verstappen schwer enttäuscht

São Paulo - Die unterlassene Unterstützung von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen (25) beim Grand Prix von São Paulo hat Red-Bull-Pilot Sergio Perez (32) verletzt. "Das zeigt, wer er wirklich ist", sagte der Mexikaner nach dem vorletzten Saisonrennen am Sonntag in Brasilien - und war sichtlich mitgenommen. "Nach allem, was ich für ihn getan habe, bin ich natürlich enttäuscht. Ich habe in der Vergangenheit eine Menge für ihn getan, das ist kein Geheimnis." Eine Erklärung für die Weigerung seines Teamkollegen hatte er nicht.

Dicke Luft im Red Bull-Team: Zwischen Holländer Max Verstappen (25, r.) und seinem Kollegen Sergio Perez (32) braut sich was zusammen.
Dicke Luft im Red Bull-Team: Zwischen Holländer Max Verstappen (25, r.) und seinem Kollegen Sergio Perez (32) braut sich was zusammen.  © Eugene Hoshiko/AP/dpa

Verstappen steht längst als Weltmeister fest, Perez kämpft noch um den Titel als Vize-Weltmeister. In der Schlussphase von São Paulo überholte Verstappen Perez, um die vorausfahrenden Fernando Alonso im Alpine und Charles Leclerc im Ferrari noch einholen zu können.

Perez wurde aber von der Red-Bull-Box informiert, dass er den Platz von Verstappen zurückbekommen würde, wenn der Plan nicht aufgehen sollte.

Auf der letzten Runde bekam der Sechste Verstappen dann die Ansage, den direkt hinter sich fahrenden Perez vorbeizulassen. "Ich habe euch schon beim letzten Mal gesagt, dass ihr das nicht noch einmal von mir verlangen sollt, okay?", ätzte Verstappen auf den letzten Metern über den Teamfunk. "Sind wir uns darüber im Klaren? Ich habe meine Gründe genannt und ich stehe dazu."

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Teamchef Christian Horner entschuldigte sich dafür bei Perez. "Die Fahrer haben das hinter verschlossenen Türen diskutiert. Unser Ziel für Abu Dhabi ist, dass 'Checo' Platz zwei bekommt. Max wird alles dafür tun, das zu erreichen", kündigte Horner an.

Die Gründe für den Streit liegen offenbar in Monaco

Im Mai wurde Perez für seinen Grand-Prix-Sieg in Monaco noch von RB-Racing-Teamchef Christian Horner (48, l.) gefeiert.
Im Mai wurde Perez für seinen Grand-Prix-Sieg in Monaco noch von RB-Racing-Teamchef Christian Horner (48, l.) gefeiert.  © Hasan Bratic/dpa

Verstappen wollte auch nach dem Rennen nichts näher erläutern.

"Ich verstehe natürlich, dass 'Checo' enttäuscht ist. Aber ich habe auch meine Gründe genannt, warum ich es nicht getan habe, wegen etwas, das in der Vergangenheit passiert ist. Deshalb haben wir uns alle zusammengesetzt und darüber gesprochen", sagte Verstappen vor dem letzten Saisonrennen in einer Woche in der Wüste.

"Wir fahren nach Abu Dhabi, sie sind punktgleich, und wenn er dort die Hilfe braucht, um vor Charles ins Ziel zu kommen, werde ich ihm helfen." Leclerc und Perez liegen mit jeweils 290 Zählern gleichauf auf Rang zwei.

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Als wahrscheinlicher Beweggrund bei Verstappen gilt ein Vorfall in Monaco in diesem Jahr. Perez hatte kurz vor dem Ende der Qualifikation einen Crash, wodurch er Verstappen die Chance auf die Pole Position raubte. Das Rennen gewann dann Perez.

Perez fährt seit vergangenem Jahr für Red Bull. Beim Formel-1-Finale 2021 in Abu Dhabi sorgte er mit seiner erbitterten Gegenwehr gegen Lewis Hamilton im Mercedes dafür, dass Verstappen Weltmeister wurde. "Du bist ein absolutes Tier", lobte der Niederländer damals seinen selbstlosen Teamkollegen.

Titelfoto: Eugene Hoshiko/AP/dpa

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