Auch Transfermarkt betroffen: Einreisesperre sorgt für Unsicherheit im Profifußball

Leipzig - Die Einreisesperre der Bundesregierung trifft offenbar nicht nur RB Leipzig. Während die Sachsen um ihr Champions-League-Spiel gegen den FC Liverpool bangen, scheinen die Beschränkungen bereits für Unsicherheit im Profifußball zu sorgen, gerade in puncto Transfermarkt.

RB Leipzig ist wegen einer für den 16. Februar angesetzten Champions-League-Partie direkt von der Einreisesperre betroffen. Laut Vorstands-Chef Oliver Mintzlaff (45) will der Club in den kommenden Tagen Kontakt zur UEFA aufnehmen.
RB Leipzig ist wegen einer für den 16. Februar angesetzten Champions-League-Partie direkt von der Einreisesperre betroffen. Laut Vorstands-Chef Oliver Mintzlaff (45) will der Club in den kommenden Tagen Kontakt zur UEFA aufnehmen.  © Jan Woitas/ZB/dpa

Die Einreisesperre der Bundesregierung sorgt für Unsicherheit im Profifußball und bringt womöglich den Spielplan der Champions League ins Wanken.

Aktuell ist völlig unklar, ob RB Leipzig sein Achtelfinal-Hinspiel am 16. Februar gegen den FC Liverpool im eigenen Stadion austragen kann. Grund ist das seit Samstag geltende Einreiseverbot für Menschen aus besonders betroffenen Corona-Mutationsgebieten, zu denen auch Großbritannien gehört. Eine Ausnahme für den Profifußball ist in der Verordnung nicht verankert (TAG24 berichtete).

"Fußballer sind ja in einer gewissen Blase. Da sollte es meiner Meinung nach eine Lösung geben, das Heimspiel stattfinden zu lassen. Unser Ziel ist es nicht, in St. Petersburg oder woanders als Alternative zu spielen", sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff (45) bei Sky. "Es ist ein Thema, was uns Bauchschmerzen bereitet. Aber ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden werden."

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Die Verordnung gilt vorerst bis zum 17. Februar, womit Leipzig das einzige betroffene deutsche Team in der Königsklasse wäre. Die Partie von Borussia Mönchengladbach gegen Manchester City steht am 24. Februar an.

In den kommenden Tagen will RB Kontakt zur Europäischen Fußball-Union UEFA aufnehmen. Am Wochenende gab es von der UEFA noch kein Statement zu den neuen Umständen.

Darf Leipzig sein Heimspiel nicht austragen, würde sich für den Club auf zynische Weise ein Corona-Kreis schließen. In der vergangenen Saison war das Achtelfinal-Spiel gegen Tottenham das letzte in Europa in einem ausverkauften Stadion. Nun droht in der Runde der letzten 16 wiederum ein Novum, wenn es das erste wegen Corona verlegte Spiel dieser Saison gäbe.

Bayer Leverkusen könnte Transfer nur mit Sondergenehmigung abschließen

Bayer Leverkusen könnte die Übernahme von Demarai Gray (24) von Leicester City nur mit einer Sondergenehmigung abschließen.
Bayer Leverkusen könnte die Übernahme von Demarai Gray (24) von Leicester City nur mit einer Sondergenehmigung abschließen.  © Simon Galloway/PA Wire/dpa

Mitunter könnte die neue Verordnung sogar noch Einfluss auf den Transfermarkt haben. Spieler aus Großbritannien, Portugal, Brasilien oder Irland könnten demnach derzeit nicht verpflichtet werden, um sie sofort einzusetzen. In dem Regierungs-Dokument sind lediglich Ausnahmen für Personen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland vorgesehen.

Demnach könnte Bayer Leverkusen den geplanten Transfer von Demarai Gray (24) von Leicester City wohl nur mit einer Sondergenehmigung abschließen, sodass er direkt zur Verfügung steht. Das Wechselfenster endet am Montag um 18.00 Uhr.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies am Samstag auf Anfrage auf das Bundesinnenministerium, von dort gab es zunächst keine Stellungnahme. Zwar gibt es in der Verordnung Ausnahmen, Profisport ist dort allerdings nicht aufgelistet. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wollte sich in der ARD-"Sportschau" nicht zu Einzelfällen äußern.

Generell gelte aber, dass es nur die Ausnahmen geben werde, die in der Verordnung explizit erwähnt seien, hieß es in dem Bericht.

Titelfoto: Jan Woitas/ZB/dpa

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