DFB nimmt Manuel Gräfe die Pfeife weg: Einer unserer besten Schiris hat neuen Job

Berlin - Alter ist nur eine Zahl? Von wegen! Das umstrittene Bundesliga-Aus für einen der wohl besten deutschen Schiedsrichter, Manuel Gräfe (47), bleibt (wohl) bestehen. Der gebürtige Berliner hat dafür nun eine neue Aufgabe.

Neuer Job für (Noch-)Schiedsrichter Manuel Gräfe (47).
Neuer Job für (Noch-)Schiedsrichter Manuel Gräfe (47).  © Carmen Jaspersen/dpa

So löst er beim ZDF Urs Meier (62) ab. Der Schweizer war ebenfalls ein Referee der Extraklasse und hat seit 2015 als Schiedsrichter-Experte im "Zweiten" gearbeitet.

Diesen Posten übernimmt Gräfe nun für die anstehende Europameisterschaft im Sommer.

Wie der Sender am Donnerstag mitteilte, ist Gräfe als Studiogast und als ZDF-Reporter in den Arenen fest eingeplant.

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Dass der 47-Jährige eigentlich aufs Feld gehört, ist dieser Tage in aller Munde. Nicht nur Fans und Zuschauer, sondern gerade auch Spieler und Funktionäre halten viel vom Unparteiischen.

Letztere haben sich sogar beim Verband dafür stark gemacht, die Altershöchstgrenze fallen zu lassen. Bislang ohne Erfolg.

Am 12. September 2004 feierte er beim 2:2-Unentschieden zwischen Hannover 96 und dem SC Freiburg sein Bundesliga-Debüt. Von 2007 bis 2018 war er FIFA-Schiedsrichter.

Gräfe leitete bislang satte 287 Partien im deutschen Oberhaus. War zudem auch in EM- und WM-Qualifikationen sowie der UEFA Champions League und der UEFA Europa League im Einsatz.

666 Spiele, 2667 Gelbe Karten: Manuel Gräfes Arbeitsnachweis in Zahlen

120 Minuten Nervenkitzel im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Werder Bremen und RB Leipzig konnten Gräfe am vergangenen Freitag nicht aus der Ruhe bringen.
120 Minuten Nervenkitzel im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Werder Bremen und RB Leipzig konnten Gräfe am vergangenen Freitag nicht aus der Ruhe bringen.  © Carmen Jaspersen/dpa

In seinen insgesamt 666 Partien zückte er 2667 Gelbe, 95 Gelb-Rote sowie 79 Rote Karten und zeigte 145 Mal auf den Punkt.

Nach der aktuellen Spielzeit soll nun Schluss sein für den sympathischen Spielleiter.

Dass er körperlich trotz seines Alters noch immer auf den Punkt da ist, bewies er erst vor wenigen Tagen beim 120-Minuten-Pokalkrimi im Bremer Weserstadion zwischen dem SV Werder Bremen und RB Leipzig (1:2 n.V.).

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Durchaus knifflige Situationen wie beispielsweise den nach Begutachtung der TV-Bilder zurückgenommenen Foulelfmeter für Werder löste er dabei mit aller Erfahrung und Routine. Der Liga wird er fehlen, das ZDF dürfte sich freuen.

Die Fußball-Europameisterschaft beginnt am 11. Juni mit der Partie Türkei gegen Italien.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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