FCK kündigt Gerry Ehrmann: "Heftigkeit der Entgleisungen" erschreckend und enttäuschend!

Kaiserslautern - Die nächste Runde im Rosenkrieg zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Torwarttrainer-Legende Gerry Ehrmann (61)! Die Pfälzer haben eine Pressemitteilung veröffentlicht, an deren Ende der Verein seinem Mitarbeiter die Kündigung ausspricht.

Die Fans des FCK bedankten sich bei Gerry Ehrmann mit einem Banner. Auf dem stand: "Danke für 36 Jahre FCK, Gerry!"
Die Fans des FCK bedankten sich bei Gerry Ehrmann mit einem Banner. Auf dem stand: "Danke für 36 Jahre FCK, Gerry!"  © DPA/Michael Deines

Nach "einer Reihe von nicht zu tolerierenden Vorkommnissen am 23. Februar 2020" wurde der Ur-Lauterer "freigestellt", wie der Drittligist bekanntgab.

Der schwelende Konflikt auch bei der Mannschaft angekommen. "Eine zielorientierte, konstruktive und verantwortungsvolle Zusammenarbeit im Sinne des Vereins war nicht mehr gewährleistet", so der FCK.

Der Klub schreibt weiterhin: "Die Heftigkeit der Entgleisungen von Gerry Ehrmann gegenüber unseren Mitarbeitern hat uns erschrocken und enttäuscht." Deshalb sei man "zum Handeln gezwungen" worden.

Dennoch habe man sich am 26. Februar zusammengesetzt und ein mehrstündiges Treffen gehabt, in dem Ehrmann seine Sicht der Dinge darlegte. Eine Einigung gab es aber nicht.

Doch Lautern versuchte es erneut: "In den vergangenen Tagen hat der 1. FC Kaiserslautern Gerry Ehrmann dann einen weitreichenden Lösungsvorschlag unterbreitet, welcher ihm umfangreiche Optionen und Zusicherungen gewährleistet hätte."

Inhalt sei "sowohl ein attraktives finanzielles Angebot als auch eine gemeinsame Erklärung mit dem Ziel, eine öffentliche Aufarbeitung der Vorkommnisse zum Schutze der Person Gerry Ehrmann und des FCK zu vermeiden" gewesen.

Gerry Ehrmann nahm das Angebot des 1. FC Kaiserslautern nicht an

Die Ära Gerry Ehrmann ist beim 1. FC Kaiserslautern vorbei.
Die Ära Gerry Ehrmann ist beim 1. FC Kaiserslautern vorbei.  © dpa/Uwe Anspach

Für eine Antwort habe er bis zum heutigen Freitag Bedenkzeit gehabt. "Sein Anwalt hatte uns heute dann erklärt, dass sein Mandant unseren Einigungsvorschlag nicht annimmt. Ein durch seinen Anwalt übermitteltes 'Gegenangebot' musste der Verein aufgrund der deutlich überzogenen wirtschaftlichen Forderungen zurückweisen."

Der Verein strich dann noch einmal seine Bemühungen heraus: "Von Anfang an hat der FCK alles in seinen Möglichkeiten Stehende getan, um weitreichende juristische Schritt zu vermeiden. Bis zuletzt haben selbst langjährige Wegbegleiter von Gerry Ehrmann versucht, auf diesen einzuwirken, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen."

Deshalb die Schlussfolgerung: "Wir sind sehr enttäuscht, dass im Sinne des FCK und Gerry Ehrmann kein Konsens gefunden werden konnte."

Ehrmann war schließlich satte 36 Jahre (!) im Verein tätig. 14 Jahre, von 1984 bis 1998, stand er für die "Roten Teufel" im Tor und absolvierte für die Profis 343 Spiele. Er wurde zweimal Deutscher Meister, zweimal DFB-Pokalsieger und einmal Zweitliga-Meister mit dem FCK.

Schon vor seinem Karriereende 1998 wurde er Torwarttrainer bei Kaiserslautern (1996) und hatte diese Position ununterbrochen bis zum 23. Februar 2020 inne. Er formte Nationalkeeper wie Kevin Trapp, Roman Weidenfeller, Tim Wiese oder zuletzt den deutschen U21-Schlussmann Lennart Grill. Doch nun ist seine Ära am Betzenberg auf äußerst unschöne Art und Weise zu Ende gegangen.

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