Wirbel beim FCK nach Bild-Rausschmiss! Wurde die Pressefreiheit mit Füßen getreten?

Kaiserslautern - Das war ein Ding! Bei der virtuellen Mitgliederversammlung des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern wurde am Freitag ein Journalist der Bild-Zeitung ausgeschlossen.

Mitglieder des FCK haben bei der Mitgliederversammlung den Ausschluss eines Bild-Journalisten entschieden. (Symbolbild)
Mitglieder des FCK haben bei der Mitgliederversammlung den Ausschluss eines Bild-Journalisten entschieden. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Warum? Ein FCK-Mitglied hatte diesbezüglich im Vorfeld einen Antrag eingereicht, dem vom Aufsichtsrat und Versammlungsleiter Rainer Keßler stattgegeben wurde.

Satte 81,18 Prozent der Anwesenden gaben anschließend dem Antragsteller recht.

Hinsichtlich der Pressefreiheit ein durchaus umstrittener Vorfall.

Abgesehen vom - in diesem Fall - fragwürdigen Demokratieverständnis der Lautrer Mitglieder stellt sich zudem die Frage, weshalb es die Abstimmung überhaupt auf die Tagesordnung schaffte?

Die Mitglieder sollten das "‚für und wider‘ einer solchen Entscheidung sorgfältig abwägen", teilte der FCK in einer Pressemitteilung mit.

Darin hieß es außerdem: "Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ des Vereins und der Wille der Mitglieder hat oberste Priorität."

1. FC Kaiserslautern: Für den Ausschluss des Bild-Journalisten gab es Kritik aus den eigenen Reihen

Beim 1. FC Kaiserslautern gibt es immer wieder viele Randthemen.
Beim 1. FC Kaiserslautern gibt es immer wieder viele Randthemen.  © Uwe Anspach/dpa

Dementsprechend schätzte der Pfälzer Traditionsverein den Willen der Anhänger im Vergleich zur Pressefreiheit als wichtiger ein.

Der FCK betonte zwar, man wisse um die "Bedeutung einer freien und unabhängigen Berichterstattung."

Ließ es aber auf der anderen Seite nicht aus, die Kritik an der Bild zu bestärken. Das Votum gegen den Bild-Redakteur sei "ein deutliches Signal als Reaktion auf eine zunehmend einseitige, tendenziöse und von Unwahrheiten geprägten Berichterstattung, die nach Meinung vieler Mitglieder nicht mehr den journalistischen Standards entspricht."

Jedoch nicht jedem im Verein scheint der Ausschluss des Journalisten zu schmecken.

FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf twitterte über seinen privaten Account: "Der Ausschluss von Pressevertretern ist für mich nicht die richtige Art des Umgangs, trotz der desaströsen Berichterstattung einer Zeitung, die ich übrigens seit 20 Jahren weder kaufe noch lese. Ich muss dieser Zeitung keinen Spieler zum Interview geben, ich muss mit denen nicht sprechen. Aber den Ausschluss aufgrund unliebsamer Berichterstattung halte ich einfach für gefährlich. Hier fängt es an, und es klingt zunächst gut, da es die BILD ist. Aber wo hört es auf?"

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema 3. Liga:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0