Chaos, Selbstdarsteller, kein Mitleid: Basler rechnet mit Kaiserslautern ab!

Kaiserslautern - Der 1.FC Kaiserslautern geht nach jahrelangem Abwärtstrend nun den Weg in die Planinsolvenz (TAG24 berichtete). Einer, dessen Jugendklub die "Roten Teufel" sind, ist Mario Basler. Und dieser rechnet nun schonungslos mit dem viermaligen deutschen Meister ab!

Meister als Aufsteiger. Als bisher erster und einziger Klub gelang dem FCK 1998 dieses Kunststück. Mit dabei unter anderem: Michael Ballack und Olaf Marschall.
Meister als Aufsteiger. Als bisher erster und einziger Klub gelang dem FCK 1998 dieses Kunststück. Mit dabei unter anderem: Michael Ballack und Olaf Marschall.  © Katja Lenz/dpa

Auf dem Betzenberg brennt's. Nicht erst seit heute, nicht erst seit gestern. Der Niedergang des einstigen Bundesliga-Schwergewichts ist ein schleichender Prozess, der bei weitem jedoch nie geräuschlos ablief.

Hier, wo einst die Miroslav Kloses ihr Profi-Debüt gaben, die Tim Wieses und Michael Ballacks dieser Welt sich die ersten Sporen im Knallhart-Geschäft Bundesliga verdienten. Hier, wo selbst der große FC Bayern nie gern hingefahren ist. 

Kaiserslautern ist ein großer Name, doch die Schulden und die Misswirtschaft der Vergangenheit lassen die Enttäuschung bei Fans und denen, die es mit dem FCK halten, noch größer wirken. Einer davon: Mario Basler.

Der 51-Jährige ist bekannt für seine Knallhart-Meinungen. Vor ihm ist so ziemlich niemand sicher. 

Basler: "Es herrscht das pure Chaos"

Mario Basler lässt am Großteil der Entscheidungsträger des 1. FC Kaiserslautern kein gutes Haar.
Mario Basler lässt am Großteil der Entscheidungsträger des 1. FC Kaiserslautern kein gutes Haar.  © Christoph Soeder/dpa

Weder Mesut Özil war vor seinen schonungslosen Abrechnungen sicher noch die tattoowierten und mit Gelmatte versehenen Profis der Neuzeit. 

Selbst außerhalb des Fußballs verteilte er bei "Schlag den Star" gleich reihenweise Hiebe in Richtung Gegner, Moderator und Format.

Nun ist der FCK an der Reihe. Und auch hier poltert der dreimalige deutsche Meister los: "Man hat beim FCK die letzten Jahre alles für die Insolvenz getan. Ständig gab es neue Vorstände von außerhalb, die große Versprechungen gemacht, davon aber nichts eingehalten haben. Es herrscht das pure Chaos", so Basler gegenüber der "Bild".

Die "Vorstände" sind ihm dabei der größte Dorn im Auge. Für den Europameister von 1996 ist klar: Diese "sind größtenteils Selbstdarsteller. Sie nennen sich die großen Retter und nichts passiert."

Die Lauterer, die einen Schuldenberg von circa 24 Millionen Euro angehäuft haben, gäben öffentlich "ein trauriges Bild ab". "Der FCK hat sich selbst zerstört, da darf man kein Mitleid mehr haben."

Die größten Verlierer des ganzen Trauerspiels seien nach Ansicht Baslers die Anhänger des Klubs. "Die Fans tun mir am meisten leid. Sie sterben für den Verein und werden nur verarscht".

Sportlich nicht einmal mehr Mittelmaß in Liga 3

Der "Betze": Früher gefürchtet, heute das Theater für Pleiten, Pech und Pannen.
Der "Betze": Früher gefürchtet, heute das Theater für Pleiten, Pech und Pannen.  © Uwe Anspach/dpa

Neben der existenziellen Probleme des Drittligisten, sieht es auch sportlich nicht unbedingt rosig aus.

Derzeit belegt man in Liga 3 nach der 2:0-Schlappe gegen die Würzburger Kickers den zwölften Tabellenrang und gehört noch immer zum erweiterten Kreis der abstiegsbedrohten Klubs.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa ; Uwe Anspach/dpa

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