Bitter für Markus Kauczinski! Drittligist verliert Top-Torjäger an Erstliga-Spitzenklub

Wiesbaden - Dieser Abgang wiegt sportlich richtig schwer! Der SV Wehen Wiesbaden hat Unterschiedsspieler Gustaf Nilsson (25) an den belgischen Erstligisten Royale Union Saint-Gilloise abgegeben, der zum Saisonauftakt noch in der SVWW-Startelf stand und gegen Borussia Dortmund II auch das einzige Hausherren-Tor beim 1:1 erzielte.

Gustaf Nilsson (25, l.) spielte eineinhalb Jahre für den SV Wehen Wiesbaden und erzielte in 50 Einsätzen 21 Tore, steuerte außerdem sieben Assists bei.
Gustaf Nilsson (25, l.) spielte eineinhalb Jahre für den SV Wehen Wiesbaden und erzielte in 50 Einsätzen 21 Tore, steuerte außerdem sieben Assists bei.  © Lutz Hentschel

Beide Vereine vermeldeten die Einigung am Mittwochnachmittag überraschend. Der 1,95 Meter große Sturmriese hat bei seinem neuen Klub einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 unterschrieben, der anschließend per Option noch um ein weiteres Jahr verlängert werden kann.

Wenig verwunderlich, dass sich Saint-Gilloise erneut in Deutschland bedient. Der Zweite der Vorsaison hatte bereits mit Deniz Undav (26, damals vom SV Meppen geholt) überragende Erfahrungen gemacht. Der Angreifer traf für die Royale Union in 70 Einsätzen 45-mal und gab 18 Vorlagen, hatte großen Anteil am Aufstieg 2020/21 in die Jupiler Pro League und an der folgenden Vizemeisterschaft 2021/22.

Zudem konnten ihn die Belgier für sieben Millionen Euro Ablöse an den englischen Erstligisten Brighton & Hove Albion verkaufen und machten einen fetten Transfergewinn. In diesem Sommer holte Saint-Gilloise übrigens Dennis Eckert Ayensa (25) vom FC Ingolstadt 04, der nun mit Nilsson und dem belgischen Neu-Nationalstürmer Dante Vanzeir (24) um die Plätze kämpft.

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Dabei geht es um viel. Am kommenden Freitag (20.45 Uhr) steht das Heimspiel gegen RSC Charleroi an, bevor es zu einem ganz großen Highlight kommt: In der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation empfängt man den Europa-League-Finalisten von 2022, die Glasgow Rangers (2. August, 20.45 Uhr). Eine Woche später steigt im stimmungsvollen Ibrox Stadium das Rückspiel.

Gustaf Nilsson hat den SV Wehen Wiesbaden verlassen und ist zur Royale Union Saint-Gilloise gegangen

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Wehens Coach Markus Kauczinski (52) hat kurz nach Saisonstart seinen besten Stürmer verloren.
Wehens Coach Markus Kauczinski (52) hat kurz nach Saisonstart seinen besten Stürmer verloren.  © Picture Point/Gabor Krieg

Eckert Ayensa und Nilsson können sich also direkt auf allerhöchstem Niveau beweisen. Dass letzterer Wiesbaden dafür nach eineinhalb Jahren verlassen hat, deutete sich zwar nicht an, überrascht bei seiner sportlichen Klasse und dieser für ihn wohl einmaligen Chance allerdings nicht.

Denn er hatte nach seinem Wechsel zu Wehen im Januar 2021 zwar Anpassungsprobleme an die 3. Liga, überragte 2021/22 aber mit 14 Toren und fünf Vorlagen in wettbewerbsübergreifend 32 Einsätzen.

Zuvor war der zweifache schwedische Nationalangreifer in seiner Heimat und in Dänemark bereits in der ersten Liga aktiv gewesen, unter anderem für Bröndby IF. Dort deutete er seine Qualitäten zwar an, doch ein waschechter Torjäger wurde er erst in Hessen. Mit nunmehr 25 Jahren ist Nilsson gereift und zudem ein ganz anderer Stürmertyp als Eckert Ayensa oder Vanzeir.

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Der schwedische Hüne kommt über seine körperliche Wucht, Kopfballstärke und ist zudem ein exzellenter Wandspieler, der die gegnerische Abwehr beschäftigt, im Strafraum nur schwer zu verteidigen ist und damit Lücken für seine Teamkollegen reißt. Mit seiner Präsenz dürfte er für Saint-Gilloise eine Verstärkung sein, sofern er sich in der Mannschaft von Trainer Karel Geraerts (40) schnell zurechtfindet und seine Qualitäten gut einbringen kann.

Für Kauczinski und Wiesbaden ist er hingegen nicht zu ersetzen. Da eine Ablöse im sechsstelligen Bereich geflossen sein dürfte, kann Wehen aber noch mal nachlegen. Doch einen Angreifer zu finden, der eine zweistellige Quote garantiert, dürfte nicht gerade leicht werden.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg/Lutz Hentschel

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